laut.de-Kritik
Deepe Beats und schweißtreibender Soul von Will Smiths Ex-Partner.
Review von Stefan JohannesbergDer aufmerksame Fernsehzuschauer dürfte sich an DJ Jazzy Jeff noch als den leicht debilen Jaz aus der Comedy-Serie "The Fresh Prince Of Bel Air" erinnern. Musikliebhaber und alteingessene Hip Hopper dagegen kennen Jeff eher aus seiner Zeit mit Will Smith Ende der Achtziger. Damals verkauften die Beiden als poppiges Rapduo an die zehn Millionen Platten. Aber all das ist Schnee von gestern, denn beim späten Solodebut setzt die Old School-Legende lieber auf deepe Beats, gekonnte Scratches, tighte Reime und gaaanz viel schweißtreibende Soulmusik. Kurz gesagt: "The Magnificient" erobert mit Leichtigkeit die Krone des bis dato besten Hip Hop-Albums 2002.
Dabei fängt das Meisterwerk der Beat Generation-Serie höchstens knapp überdurchschnittlich an. Das Intro bietet die üblichen einleitenden Scratchattacken, und das folgende "Shake It Off" kann nur mit einem rohem, stumpf-pumpenden Kopfnickerbeat aufwarten. Doch schon bei "For Da Love Of Da Game" durchbricht Jazzy Jeff die sich andeutenden Undergroundschranken, und es regnet modernen Philly-Soul vom Feinsten. Gefühlvoll, relaxt und tiefsinnig vereint er Hip Hop und R'n'B, ohne aber je in kitschig-oberflächliche Ashanti-Gefilde abzurutschen. Eine New Native Tongue-Attitude à la Common steht ihm merklich näher als die angesagten Elektrosynthiehektik eines Timbalands.
Dieser Linie bleibt Jazz auch den Großteil der Zeit treu (man höre "How I Do" oder "Music Lounge"). Nicht selten driftet er gar in traurig-schöne Melancholie-Gefilde ab, die ihm, man glaubt es kaum, noch besser zu Gesichte stehen. "Worldwide", "My Peolple", "Love Saviour" oder "We Are", hier reiht sich Anspieltipp an Anspieltipp. Und wenn dann Könner am Mic wie Freddie Foxxx, J-Live oder The Last Emperor selbst die wenigen, rohen Beatgerüste mit ihren Versen veredeln, rückt die Höchstnote in greifbare Nähe.
Doch DJ Jazzy Jeff will mehr. Seine Bandbreite an Sounds mutet fast unheimlich an. So verabreicht er uns zum Schluss noch astreinen Jazz ("A Charmed Life") sowie eine Fast Funk-Version ("In Time"), die selbst Herrn Jamiroquai zur Ehre gereicht hätte.
1 Kommentar
Was sagt ihr dazu - ich finde die CD sehr gut. Allerdings würde ich ihr im Test nur 4 Punkte geben, da das zwar für Jaz, nicht aber für die Öffentlichkeit etwas neues ist. Meiner Meinung nach ist das Beste Hip-Hop Album dies Jahr von Onyx.