laut.de-Kritik

Das stärkste Lebenszeichen seit Jahren.

Review von

Dass sich DevilDriver in den vergangenen Jahren nur noch tröpfchenweise mit Ruhm bekleckert haben, dürfte kaum jemand ernsthaft bestreiten. Umso schöner, dass mit "Strike And Kill" endlich wieder frischer Wind durch die Diskografie weht.

Das zeigt sich zunächst am Albumcover, spätestens aber beim Opener "Dig Your Own Grave". Das Intro täuscht kurz Deathcore an, ehe die Band den obligatorischen Kopfsprung zurück in den Groove wagt und einmal mehr das Beste aus beiden Welten vereint: die Hardcore-Schwere der Riffs trifft auf thrashige Gitarreneskapaden. Dabei vermeiden die Kalifornier jede Form von Eintönigkeit. "Dig Your Own Grave" gräbt sich durch Heavy-Passagen, Tempowechsel und sogar cleane Momente, nur langweilig wird der Song nie.

Auf "Dead In The Water" präsentiert sich Dez Fafara in Bestform. Hier wird geschrien, als ginge es um Leben und Tod, gleichzeitig zeigt er aber auch gesanglich eine starke Leistung. Die Gitarrensoli wirken stellenweise etwas deplatziert, doch das starke Songwriting macht diesen kleinen Makel mehr als wett.

"Sanctified In Scars" geht als eines der absoluten Highlights hervor. Der Song ist unfassbar treibend und voller Energie, überrascht plötzlich mit Blastbeats und Vocals, denen man jede einzelne Narbe sofort abnimmt. DevilDriver haben hörbar wieder Lust auf das, was sie tun – und genau das macht den Unterschied. Auch der Titeltrack "Strike And Kill" überzeugt mit schweren Drums, eingängigen Riffs, ein paar überzeichneten Spoken Word-Einlagen und vor allem mit jeder Menge Spielfreude.

"In The Moonlight" beginnt für DevilDriver-Verhältnisse erstaunlich zurückhaltend, ehe der Song direkt in Thrash-Ausflüge der alten Schule abbiegt. Mit "Ride Or Die" schleicht sich erstmals ein kleiner Durchhänger ein. Der Thrash wirkt hier etwas routiniert und verliert an Biss. "Headed For The Fall" fängt das Ruder aber sofort wieder auf und punktet mit abwechslungsreichen Ideen und einer deutlich kreativeren Struktur.

"Shut The Silence On" setzt erneut auf den Hardcore-Anteil im Sound. Der Groove erinnert stellenweise fast an Beatdown, bevor der Song zum Ende hin noch einmal ordentlich das Gaspedal durchtritt. Auch "Never Coming Home" überzeugt, wenn auch stärker von der thrashigen Seite.

Zeit zum Durchatmen gibt es mit "Summoning Shadows". Akustikgitarren und zurückhaltender Gesang sorgen zunächst für Ruhe, ehe der Song in seiner zweiten Hälfte an Intensität gewinnt. Ganz so schwer, wie man es sich vielleicht wünschen würde, wird es allerdings nicht mehr.

"You're Just A Ghost" und "Oath Of Iron" reihen sich solide in den Albumfluss ein. Sie erfinden das Rad zwar nicht neu, bringen aber genügend Abwechslung mit, um nie nach Füllmaterial zu klingen. "All Bets Are Off" liefert zum Schluss noch einmal ein eingängiges Intro, wuchtige Drums und gehört damit ohne Zweifel zu den stärksten Songs der Platte.

DevilDriver mussten ihren Ruf nicht unbedingt reinwaschen, sie haben es trotzdem getan. "Strike And Kill" klingt nach einer Band, die sich nicht mit Stillstand zufriedengibt und wieder mit Nachdruck nach vorne will. Kein Meilenstein, aber das stärkste Lebenszeichen seit Langem.

Trackliste

  1. 1. Dig Your Own Grave
  2. 2. Dead In The Water
  3. 3. Sanctified In Scars
  4. 4. Strike And Kill
  5. 5. In The Moonlight
  6. 6. Ride Or Die
  7. 7. Headed For The Fall
  8. 8. Shut The Silence On
  9. 9. Never Coming Home
  10. 10. Summoning Shadows
  11. 11. You're Just A Ghost
  12. 12. Oath Of Iron
  13. 13. All Bets Are Off

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