laut.de-Biographie
Flo
Wir schreiben das Jahr 2022. Kate Bushs "Running Up That Hill" feiert sein virales Charts-Comeback, Luciano zementiert mit "Beautiful Girl" die Peak-Ära der Y2K-Ästhetik in deutschen Rap-Playlists und die Erfolgswelle der Pop-Solostars à la Ed Sheeran und Taylor Swift kennt kein Ende. Mitten in dieser Zeit veröffentlichen drei 19 beziehungsweise 20 Jahre alte britische Sängerinnen ein gemeinsames Musikvideo zu einem Song namens "Cardboard Box". Vor einem weißen Background, betont casual und ein bisschen goofy, lassen sie Sound und Feeling der absoluten High Season des Pop-R'n'Bs wieder aufleben. Renée Downer, Stella Quaresma und Jorja Douglas nennen sich Flo und werden schnell als Reinkarnation von Girlgroups wie Destiny's Child, SWV, En Vogue und den Sugababes betitelt.
Downer und Quaresma lernen sich bereits in der Schule kennen und bonden über ihre gemeinsame Leidenschaft für Musik. Douglas folgen sie bereits auf Social Media. Als sich die drei Sängerinnen bei einem Casting persönlich über den Weg laufen, sind sie sich schnell einig: Mit vereinten Kräften will man die Musikwelt als Trio umkrempeln. Dass "Cardboard Box" die erste Singleauskopplung wird, setzen sie selbst gegen den Wunsch ihres Labels durch. Eine Entscheidung, die sich auszahlt: Mehrere Live- und Remix-Versionen später hat sich der Song sowohl in der TikTok-Community als auch im britischen Radio breitgemacht.
Schon vor Veröffentlichung ihrer Debüt-EP "The Lead" sammeln Flo namhafte Credits: Missy Elliott, Victoria Monet, JoJo und SZA outen sich als Fans, der Rolling Stone betitelt Flo als "the R'n'B girl group we never knew we needed", TV-Auftritte bei Jimmy Kimmel und Jools Holland lassen nicht lange auf sich warten. Schon im Jahr ihrer ersten Veröffentlichung sind sie für einen MOBO-Award nominiert und führen sämtliche Listen der "most promising newcomer acts" ihrer Heimat von BBC bis VEVO an. Der Verband der British Phonographic Industry zeichnet sie 2023 als erste Band überhaupt mit dem Brits Rising Star Award aus.
Allen Vorschusslorbeeren zum Trotz bleiben Flo fleißig. Mit "3 Of Us" erscheint zügig die zweite EP, Features mit Stormzy und Missy Elliott, deren Song "Work It" die Flo-Single "Fly Girl" reanimiert, sorgen zurecht für Furore. Ihr Debüt beim legendären Glastonbury-Festival wird trotz Zwei-Uhr-Nachmittags-Slots überwältigend gut besucht. Bis zu einem Album müssen sich Fans dennoch gedulden.
Als ihr Debütalbum "Access All Area" im November 2024 dann erscheint, sind Flo in ihrer Stärke als Band so gefestigt, dass der Longplayer den hohen Erwartungen von Fans sowie Musikjournaille locker standhält und dem Trio sogar die erste Grammy- Nominierung einbringt.
Flo beherrschen Harmonien wie wohl nur wenige andere Girlgroups vor ihnen. Ohne lästige Debatten darum, wer hier eigentlich die Leadsängerin sein sollte, wirken Downer, Douglas und Quaresma gemeinsam auf der Bühne, als wären sie genau dort, wo sie hingehören – und als wäre die gemeinsame Band eben nicht nur eine Station auf dem Weg zur erfolgreichen Solokarriere der Mitglieder. Ein Aspekt, der auch zwischenmenschlich durchscheint, wenn die drei Künstlerinnen sich gegenseitig als "the sisters we never had" beschreiben.
Knapp zwei Jahre nach "Access All Area" und einer ersten internationalen Tour kündigen Flo mit der Single "Leak It" ihr zweites Album "Therapy At The Club" an. Gegenüber Label und Management erstreiten sich die drei Künstlerinnen deutlich mehr kreatives Mitspracherecht bei Longplayer Nummer zwei. So schreiben Downer, Douglas und Quaresma die 16 Tracks der LP erstmalig teilweise im Alleingang und nicht ausschließlich gemeinsam, jeweils mit Unterstützung externer Songwriterinnen und Songwriter – ein Prozess, der es ihnen laut eigener Aussage erlaubt, sich gegenseitig auf künstlerischer Ebene noch besser kennen zu lernen.
Bei allem Wachstum und anderen Veränderungen in der Karriere von Flo bleibt das musikalische Fundament der Band aber stabil: handwerklich extrem guter R'n'B mit Pop-Hooks, bestärkende Lyrics über unabhängige Frauen und die Freundschaft zwischen ihnen und eindrucksvoll ineinander blendende Stimmen. Es stimmt eben: Diese Girlgroup hat die Musikwelt dringend gebraucht.


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