laut.de-Kritik

Der Arizona-Fünfer erreicht ein All-Time-High-Level.

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Es scheint fast, als hätten Flotsam And Jetsam auf ihre alten Tage ein All-Time-High-Level erreicht. Zumindest legen sie nach "Blood In The Water" und "I Am The Weapon" nun mit "Rats In The Temple" ein kongeniales Trio vor.

Mittlerweile auch bei Napalm Records gelandet, setzt der Arizona-Fünfer auf seinem 16. Studioalbum weiterhin auf volle Power. Dagegen ist prinzipiell auch gar nichts einzuwenden, auch wenn ich die Stimmungen der zum Teil sehr alternativelastigen "Drift"- und "High"-Scheiben nach wie vor ebenfalls zu schätzen weiß. Zumal man mit Eric A.K. Knutson einfach einen der besten Sänger hinterm Mikro hat, der auch in gemäßigteren Stilarten brilliert.

Aber sei's drum, "Rats In The Temple" macht von Anfang an keine Gefangenen und legt nach kurzen Intro mit dem Opener "Harvesting The Hate" ordentlich los. Drummer Ken Mary macht das, was er auch bei seinen gefühlt 150 anderen Bands am besten kann: Er tritt die Scheiße aus den Double-Kick-Drums raus. Das treibt die Songs zwar ordentlich nach vorne, wirkt auf Dauer aber auch ein wenig austauschbar.

Als ausgesprochen variabel kann man das Spiel des Mannes nicht bezeichnen, auch wenn er bei "Damnation" sogar mal die Blastbeats auspackt. Wieso und warum erschließt sich mir bei jeden Durchlauf weniger. Ähnlich wie auf der neuen Anthrax-Scheibe hat man eher den Eindruck, man möchte mal unter Beweis stellen, dass besagte Blastbeats keine große Kunst sind. Dem Song bringt es leider gar nichts.

Aber einmal mehr ist das Jammern auf hohem (höchstem?) Niveau, denn die Flots haben in Sachen Songwriting nicht verlernt. Der Wechsel zwischen Stakkato-Riffs, offenen Akkorden und ner leichten Reggae-Schlagseite in "Absolution" ist einfach mal richtig geil. Wer einfach nur satten Thrash auf die Ohren will, ist mit dem Titeltrack oder "The Edge Of Nowhere" bestens bedient.

Bei allem Respekt vor der musikalischen Leistung an den Instrumenten - was Mr. Kutson hinterm Mikro abliefert, ist wirklich jeder Ehre wert. Dass beim Refrain von "A Taste Of War" die Stimmbänder nicht einfach reißen, ist echt bemerkenswert. Viel mehr Hingabe kann man von einem Sänger kaum erwarten.

Von Hymnen wie "The Ghost Behind My Door" oder "Anthem For The Broken" über eine treiben Midtempo-Nummer wie "First On The Spike" bis zu groovenden "Last Rites" bieten die Texaner wirklich die komplette Palette ihres Könnens. Wenn man dem guten Ken Mary das nächste Mal noch ein wenig mehr Abwechslung eintrichtert, spricht nichts gegen die volle Punktzahl.

Trackliste

  1. 1. Harvesting The Hate
  2. 2. Damnation
  3. 3. Absolution
  4. 4. Blame tTe Knife
  5. 5. Rats In The Temple
  6. 6. The Ghost Behind My Door
  7. 7. First On tTe Spike
  8. 8. The Edge Of Nowhere
  9. 9. Last Rites
  10. 10. A Taste For War
  11. 11. Her Blood Your Pain
  12. 12. Anthem For The Broken
  13. 13. Not Going Down That Way

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