laut.de-Kritik
Der Titel passt zum brachialen Sound.
Review von Michael Edele"Rise Of The Underdogs" war eine der großen Überraschungen 2024. Nicht nur, weil ich von einer Band namens Full House Brew Crew eher saufkompatible Mucke à la Motörhead, Chrome Division oder ähnlichen erwartet hätte. Sondern auch, weil die Griechen auf dem Album ein paar richtig geile Songs eingezimmert haben.
Auf Tour habe ich Truppe leider verpasst, aber 2025 stand bereits die nächste Langrille in den Startlöchern: Was es mit dem Titel "Glasgow Grin" auf sich hat, darf jeder selbst ergoogeln (auch 'Glasgow Smile' oder 'Chelsea Smile'), jedenfalls passt der Titel zu brachialem Sound. Und den können Full House Brew Crew definitiv.
Was diesmal leider auf der Strecke bleibt, sind gute Ideen im Sinne von griffigen Melodien, geilen Hooks oder einfach nur überraschenden Wendungen. Davon gab es auf "Rise Of The Underdogs" noch jede Menge, weshalb die Scheibe auch nachhaltig ihren Weg in meine Karre gefunden hat. Dass dieses Schicksal auch "Glasgow Grin" zuteil wird, wage ich zu bezweifeln. Dazu bleibt selbst nach wiederholten Durchläufen einfach zu wenig hängen.
Der eröffnenden Titeltrack liefert zwar einen fetten Sound, in Sachen Spannung aber so gar nichts. Man fragt sich nach zweieinhalb Minuten eher, ob das ursprünglich als Intro geplant war. Zum Glück gibt es die Single "No Gods, No Chains", die die Griechen musikalisch wieder zurück auf die Landkarte bringt. Allerdings fällt schon hier das maßgebliche Problem des Albums auf: die oftmals vollkommen uninspirierten Drumpatterns.
"The Tear" zieht in Sachen Tempo sowie komplexer Gitarrenarbeit deutlich an und zwingt auch Drummer Chris Borméy zu der ein oder anderen Variation. Wobei nicht der Eindruck entstehen soll, dass der Mann nichts auf dem Kasten hätte. Aber in "From The Gutter" müsste man einfach nur mal die Snare auf die Eins setzen, um die oftmals vorherrschende Polyrhythmik aufzupeppen. Allerdings machen es ihm die beiden Gitarristen ziemlich schwer, greifen sie doch nur selten zu ordentlichen Melodiebögen.
Anspieltipps sind besagte Single, "Rain" – das wenigstens im Refrain den Blick weitet – oder "Crawling". Ansonsten muss man sagen, dass sich Full House Brew Crew auf diesem Album zu sehr selbst limitieren. Brachial, aber irgendwie ungeil.


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