laut.de-Kritik

Gelungener Mix aus Punk, Pop-Punk und Alternative.

Review von

Bereits mit ihrem 2005er-Debütalbum „Heart To Believe“ setzen Itchy auf einen kernigen, wenn auch noch ausbaufähigen Pop-Punk-Sound, der mit eingängigen Hooks und einer ordentlichen Punk-Attitüde den Grundstein für eine wachsende Fanbase legte. Gut 20 Jahre später präsentiert sich das Trio aus Eislingen, das bislang nur einen Besetzungswechsel hinter sich hat, mit deutlich geschärftem Profil und Gespür für Spannung dank gezielter Pausen. Sebstian Hafner 'Sibbi', Daniel Friedl 'Panzer' und Maximilian Zimmer 'Max' zeigen sich nämlich in kreativer Bestform. Das Ergebnis klingt musikalisch gereift, stilistisch abwechslungsreich und vielschichtig. Alles wirkt authentisch und klingt zu keiner Sekunde wie eine billige Kopie.

Die Mischung aus Pop-Punk, Rock und Alternative ist durchweg packend und kurzweilig, wenn auch einige der Tracks anfangs etwas mehr Anlaufzeit benötigen. "Happy Little Accidents" ist kein Album über Tod und Teufel, sondern eine Platte, die stille Momente nutzt, ausbricht und auch wieder zurückfährt. Bereits der packende Opener "Tribute Song" sorgt für Gänsehaut und zeigt, wie feinfühlig die Band ihr Songwriting optimiert hat. Nicht jeder Track geht sofort unter die Haut, was sicherlich auch der stilistischen Vielfalt zuzuschreiben ist.

"Connecting The Dots" punktet mit kräftigen Riffs und einem eingängigen Refrain. "Today" besticht mit ansteckender Lebensfreude, eingängigen Gesangslinien und einer angenehm getragenen Atmosphäre, deren Reiz im natürlichen Wechselspiel zwischen melodischer Leichtigkeit und einer emotional wirkenden Gratwanderung liegt, die den charakteristischen Sound der Band unterstreicht.

Mit "Echo" folgt ein weiterer packender Track, dessen kratzige Punkrock-Gitarren bestens zu einem Thriller-Soundtrack passen und eine spannungsgeladene Grundstimmung erzeugen. "Kill The Party" ist ein weiteres Aufbäumen mit mehr Uptempo-Parts, temporeichen Passagen, knackigen Esprit und modern anmutenden Alternative-Elementen und wirkt im Vergleich zu den anderen Nummern besonders dynamisch.

Trotz der knappen Spielzeit von knapp 38 Minuten ist "Happy Little Accidents" ein echter Lichtblick, bei dem die Jungs mit ihrem Eigenlabel Find A Way Records ein gutes Händchen beweisen. Denn Itchy zeigen sich auf dem Album im Vergleich zu früher deutlich vielschichtiger - sowohl musikalisch als auch songwriterisch - und punkten mit einer starken Produktion sowie einem gelungenen Mix aus Punk, Pop-Punk und Alternative.

Trackliste

  1. 1. Tribute Song
  2. 2. Connecting The Dots
  3. 3. Today
  4. 4. Echo
  5. 5. Kill The Party
  6. 6. Little Did They Know
  7. 7. Shit Gets Real
  8. 8. Oh Boy
  9. 9. Bleeding Heads And Heart Attacks
  10. 10. This Misery
  11. 11. Constant Faking
  12. 12. Won�t Back Down

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