laut.de-Kritik
Britischer ist nur die Monty Python-Truppe.
Review von Michael Schuh"Utterly Madness", "Complete Madness", "Divine Madness" und nun "Total Madness". Mitleid muss man mit zukünftigen Madness-Labelverantwortlichen nicht unbedingt haben. Es existieren für kommende Best Of-Compilations ja noch genug Adjektive, zum Beispiel "absolute", "shiny", "glittering" und "splendid", die sicher auch irgendwann Verwendung finden.
Doch die vorauseilende Annahme, hier wolle eine Plattenfirma auf die leichte Tour schnelles Geld machen, zumal da Madness mit "The Liberty Of Norton Folgate" gerade ein vor allem in der Heimat England gefeiertes Comeback-Album vorgelegt haben, ist kaum haltbar.
Tatsächlich sind alle drei oben genannten Compilations längst nicht mehr im Handel erhältlich, was die Veröffentlichung von "Total Madness" aus dem Stand rechtfertigt. Obendrein handelt es sich hier um ein CD/DVD-Package, das neben den 23 glorreichen Songs des Siebeners auf einer Bonus-DVD gleich noch 22 der nicht anders als kultig zu bezeichnenden Videoclips mitliefert.
Selbst der Best Of-Skeptiker muss also zähneknirschend eingestehen, dass "Total Madness" durchaus Sinn macht, zumal gerade im Falle von Madness die Clipsammlungen schon zu VHS-Zeiten ein göttliches, wenn nicht totales Vergnügen darstellten.
Dass "Total Madness" im Gegensatz zu alten VHS-Kassetten auf die Clips "Yesterday's Men", "Uncle Sam", "Sweetest Girl", "Waiting For The Ghost Train" und "I Pronounce You" verzichtet, die kurz vor dem vorläufigen Split der Band Mitte der 80er entstanden sind, dürfte außer Madness-Puristen niemanden stören.
Denn wie auch immer man zu dem nach Mike Barsons Ausstieg geschaffenen, sehr elektronischen Abschlussalbum "Mad Not Mad" stehen mag, zu den Glanzleistungen der Madness-Karriere gehört es sicher nicht.
Stattdessen integrieren CD und DVD die sträflich untergegangene 1999er Single "Lovestruck" sowie das aktuelle Stück "NW5", bei denen der Madness-Sound so alterslos daher kommt wie die Gags von Monty Python. Und der Schalk saß den Two Tone-Mitbegründern auch jahrelang im Nacken. Sieht man heute das "Baggy Trousers"-Video, diesen Schulhof-Wahnsinn mit fliegenden Saxophonisten, wird klar, warum der Gruppe jahrelang der Status einer völlig durchgeknallten Gaga-Kommune anhaftete.
Woody Allen-hafte Accessoires wie riesige Ohrmuscheln, Schaufenster-Auftritte in Clowns-Maskerade, Sänger Suggs als fliegender Superman oder natürlich der als Nutty Dance bekannt gewordene Madness-Lauftanz ("The Sun & The Rain", "Grey Day") sorgten dafür, dass man über die gehörige Pop-Substanz ihrer Songs ("My Girl", "The Sun And The Rain", "Embarrassment") lange hinweg sah.
Ihr Bekenntnis zu launigem Harhar-Humor findet sich auch in zahlreichen Kurzfilmchen vor den Clips, etwa wenn ein Reporter vor "Wings Of A Dove" ankündigt, eine Marktanalyse zur neuen Madness-Single zu starten, jetzt und hier an einem Markttag auf dem Camden Market ...
"Madness wurden nie als cool gesehen", erinnerte sich Chas Smash hierzu kürzlich. "Wir nahmen uns nicht allzu ernst. Unsere Musik dagegen sehr, aber das sahen die Leute nicht. Doch über die Jahre kommt die Schönheit gut konstruierter Popsongs schon raus, denke ich. Ich sähe uns am liebsten als die Pink Floyd der Arbeiterklasse." Lassen wir mal so stehen.
7 Kommentare
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http://www.youtube.com/watch?v=PSTHMxBttlU
:>
Ah, es geht auf Weihnachten zu.
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Ja, es mag absurd klingen, aber es ist tatsächlich noch wichtiger als das!
Sehr gute Zusammenstellung, da hat man kompakt das wichtigste dabei !!