laut.de-Kritik
NDH hinter verschlossenen Türen.
Review von Kai ButterweckUnbeirrbar ziehen Stahlmann ihren silberfarbenen NDH-Stiefel durch. Soll die hiesige Musikpolizei nur weiter mit dem Finger nach Göttingen zeigen und den Vorwurf der Trittbrettfahrerei breittreten: Das alles scheint die Herren um Mastermind und Frontmann Martin Soer aber nicht im Geringsten zu tangieren. Auch im 18. Bandjahr stampft man im Gleichschritt durch den Proberaum und feiert seine Helden – standhaft, festentschlossen und ohne mit der Wimper zu zucken.
Auf "Schwarz Wie Der Tod", dem mittlerweile neunten Studioalbum der Band, ist der musikalische Geist von Till Lindemann und Co. allgegenwärtig. "Wir sind die meistgehassten Götter mit den Parolen der Nacht - Deine meistgehassten Götter frisch aus der Hölle erwacht", flüstert Sänger Martin im eröffnenden Track "Ohne Heiligen Schein" ins Mikrofon. Um ihn herum bauen sich ein monotoner Drumbeat und eine für das Genre so typische Gitarrenwand auf. Alles wie gehabt.
Auch in der Folge lässt die Band nicht locker und folgt beharrlich ihrem Klangmuster. Da freut sich der eingefleischte Fan aber mal so richtig, wenn der Martin im Flüsterton seine mystischen Botschaften verbreitet, während im Hintergrund fleißig Powerakkorde aneinandergereiht werden. Der Neueinsteiger winkt schon nach dem dritten Song gelangweilt ab.
Wie passend, dass die Band das Glas erhebt. "Wir standen immer zueinander, Du warst Bonnie, ich war Clyde - Wie ein Paar aus Blitz und Donner und eingefleischt für alle Zeit", heißt es zum Abschied ("Ein Letztes Glas"). Schlagereske Vibes und zum Mitsummen anregende Harmonien sorgen nur bedingt für einen Hauch von Abwechslung.
Kaum sind die Gläser leer, sägen die völlig überproduzierten Gitarren wieder, was das Zeug hält. Natürlich ist der Tod schwarz ("Schwarz Wie Der Tod") und die "Cyberwelt" voller "Dämonen". Es gruselt ordentlich, das große Ganze ist dem Untergang geweiht und die Liebe keimt ausschließlich unter dem nächtlichen Mondlicht.
Ein paar Schreie von About Monsters-Frontfrau Patricia Herrmann sorgen kurz für aufgesperrte Lauscher ("Schwarz Wie Der Tod"). Man muss ja nicht sofort komplett umschwenken. Aber hier könnte man doch kurz einhaken und die Tür in Richtung Facettenreichtum wenigstens einen Spalt weit offenlassen. Doch der Titel des Rausschmeißers ist und bleibt Programm. "Wenn Maschinen Träumen", setzt die Stahlmann-Belegschaft ein Lächeln auf. Das war im Gründungsjahr 2008 schon so. Und das wird sich wohl auch in Zukunft nicht mehr ändern. Punkt. Aus. Silber bleibt die Maus.


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