laut.de-Kritik

When the sun hits: Strahlend schöner Shoegaze-Pop.

Review von

Das zweite Album der Londoner Band Whitelands beginnt mit dem schimmerndem Indie-Pop-Track "Heat Of The Summer", der das Quartett aus dem Schatten seiner Shoegaze-Anfänge auf dem Debüt "Night-Bound Eyes Are Blind" treten lässt. Bigger, better and brighter seien ihre neuen Songs, und in der Tat, "Sunlight Echoes" nähert sich dem Britpop und dem Breitwand-Sound an, ohne Scheu vor Eingängigkeit und Emotionalität.

Dem Shoegaze hat man dennoch nicht abgeschworen. So ist das an Ride erinnernde "Sparklebaby" mit Label-Kollegin und Ex-Lush-Musikerin Emma Anderson ein Liebeslied an 'The Scene That Celebrates Itself', wie die Shoegaze-Szene wegen der Kollegialität und Freundschaft unter den Musiker*innen auch genannt wird sowie an Whitelands selbst. Die Vier betonen ihre innige Freundschaft, die sie zu einer Familie mache.

Sie gehören zu einer neuen Generation von britischen Bands, die zudem das Label "Black British Guitar Music" verpasst bekommen haben und sich wenig um Genre-Zuschreibungen scheren. So bauen sie in ihren Shoegaze-Grundgerüst-Sound Emo-, Goth- und Rock-Elemente ein und zitieren verwandte Acts, ohne jedoch zu sehr in die "Klingt wie"-Schablone abzudriften.

Das emotional-euphorische "Glance" erinnert ein wenig an The Pains Of Being Pure At Heart, während im verwaschen-nachlässigen "Blankspace" DIIV durschimmern, und die Ode "I Am No God, An Effigy" die große Slowdive-Geste auspackt. In Szene gesetzt vom langjährigen Weggefährten Ian Flynn und gemischt vom zweifachen Grammy-Gewinner Eduardo De La Paz (New Order, The Horrors, The Charlatans, The KVB) ist "Sunlight Echoes" leuchtend poliert und produziert und macht das so genannte schwierige zweite Album in diesem Fall zu einem leichteren – mit schönen Harmonien und Melodien sowie dem Mut, seinen Sound in Nuancen zu verschieben, ohne seine Seele zu verraten.

Trackliste

  1. 1. Heat of the Summer
  2. 2. Songbird (forever)
  3. 3. Shibuya Crossing
  4. 4. Glance
  5. 5. Sparklebaby (feat. Emma Anderson)
  6. 6. Blankspace
  7. 7. I Am No God, an Effigy
  8. 8. Dark Horse
  9. 9. Mirrors
  10. 10. Golden Daze

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