laut.de-Biographie
Chris Imler
Eine normale Biografie findet sich über Chris Imler im Internet nicht. Das hat Gründe. Es beginnt damit, dass der Musiker nicht so gerne über sein Alter spricht. "Mir ist schon klar: Das geheim zu halten ist eigentlich lächerlich. Aber es ist im Musikgeschäft immer noch ein Malus. Tatsächlich habe ich erst angefangen, meine Solo-Sachen zu veröffentlichen, ja in einem Alter mit der Musik angefangen, als ich eigentlich schon zu alt war, um damit überhaupt anfangen zu dürfen" erzählt er 2020 der taz.
The man likes the myth, kommentiert sein Label Fun In The Church aka Staatsakt auf Nachfrage nach biografischen Fakten schulterzuckend. Dort geht der Stern des Solokünstlers Imler ab dem Debütalbum "Nervös" 2014 allmählich auf, zuvor lebt er sich in Bands aus und saugt die Luft verschiedener künstlerischer Szenen in sich auf, wofür er schließlich einst auch seine Heimat Augsburg verlassen hat. Diese Info ist verbürgt.
Da er 2014 schon kein Unbekannter mehr war, bietet Kraut- und Elektro-Connaisseur Dirk Dresselhaus aka Schneider TM seine Produktionsdienste an. Dass Imler seit den späten 80er Jahren als Stehschlagzeuger tätig war, etwa in der Berliner Band The Golden Showers, hört man dem Album aufgrund der programmierten Beats nicht an. Zu diesem Zeitpunkt ist er auch seit zwei Jahren Mitglied von Die Türen.
Auch sonst ist der Wahlberliner gern gesehener Gast in einschlägigen Musikerzirkeln, und darf bei Masha Qrella, Jens Friebe und Oum Shatt in seiner alten Profession glänzen. Ansonsten ward er bereits in gleichen Räumen mit den Puppetmastaz, Maximilian Hecker, Peaches, younameit gesehen.
Die Beats schreien auch auf Imlers zweitem Album "Maschinen und Tiere" (2018) nach Abfahrt. Der Mann hat EBM studiert, kennt aber natürlich auch Suicide und die Sex Pistols, was der eigenen Kunst entgegen kommt. Es folgen "Operation Schönheit" (2022) und "The Internet Will Break My Heart" (2025). Mit Patric Catani bildet Imler das Duo Driver&Driver.
Glasgow, Toulouse, Stockholm, Vilnius: Böse Zungen meinen, Chris Imlers Sound sei außerhalb seiner Heimat schon weit populärer als hierzulande. Dazu passt eine euphorische Rezension von "The Internet Will Break My heart" im britischen Guardian. Aber Imler bleibt selbstverständlich auf dem Boden und tanzt auch weiterhin vor deutschem Publikum.
Noch keine Kommentare