laut.de-Kritik
Der Sound für 14-Jährige mit der JBL-Boombox.
Review von Timm LechlerMit "Fuchs" generierte Eno anno 2016 seinen ersten Hype über eine Newcomer Platte von Xatar. Nun folgt auf die heilige Dreieinfältigkeit: Gucci, Louis und Prada das gleichnamige Album. Von Anfang an ist klar, hier gibts die zeitgemäße, neue Dreifaltigkeit: karibische Beats, Autotune und Statussymbole.
"Irrelevant" ist der Opener der Platte. Der Beat könnte auch zum Labelkollege SSIO passen, die Lyrics sind das gewohnt generische "ich verdanke Fans alles", "sie wollen uns unten halten" und "meine Familie ist satt". Und natürlich wird das Album auch "Leben ficken". Dass er hier nicht noch sein "Hype-Wasser" anpreist, wundert einen fast.
Die erste Single "Ferrari featuring Mero" erschien natürlich schon im Vorfeld, um die Reichweite der beiden Klick-Garanten zu fusionieren. Die Armada an 14-Jährigen mit einer JBL-Boombox hat das Video auch bereits beeindruckende 45 Millionen mal geklickt. Da ist der Marketing-Plan von Alles-oder-Nichts Labelboss Xatar wohl aufgegangen. Mit einer türkischen Hook und Doubletime-Parts rappen die beiden darüber, wie sie an allen vorbeiziehen.
Auf "Blackberry Sky" huldigt Eno seinem Drogendealer-Handy. Das Video ist genau wie das Albumcover und anderes Promomaterial im "Grand Theft Auto"-Look gehalten. Ob einer seiner heutigen Fans die Klassiker dieser Reihe wie "GTA: Vice City" oder "GTA: San Andreas" überhaupt noch kennen, darf bezweifelt werden.
"Filim" verkörpert wiederum eine rhythmische, karibische Autotune-Hymne à la Palmen aus Plastik. Jugendliche Hintergrundmusik für den Badesee. Die Themen sind wieder einmal wenig überraschend "Batzen, AMG und Klicks". "Jacuzzi featuring reezy" hätte seinerseits auch locker auf Super Plus von Azet&Zuna landen können. Achtung Verwechslungsgefahr! Ein paar Tracks später will möglicherweise auch RIN sein "Souvenir" zurück. ("Ice, Ice") Auf "Fuchs" gibts von allem etwas.
Mit "Hamdullah featuring Xatar" passt sich der deutsche Rap-Shooting Star seinem Labelboss an und "lädt den Revolver" auf einem Oldschool-Kopfnicker-Beat. Bei einem Albumtitel wie "Fuchs", der Enos anfängliche Boom-Bap Versuche widerspiegelt konnte man mehr solche Songs erwarten, doch wird leider enttäuscht. Trotzdem eins der wenigen Highlights der Platte. Mashallah, mach nochmal.
Insgesamt ist "Fuchs" eine konsequente Weiterführung von Enos Debüt-Album "Wellritzstrasse": beeindruckend uninspirierter Standard-Autotune mit generischen Texten, austauschbaren Afro-Trap Beats und wenig Wiedererkennungswert. Ein kalkuliertes, kommerzielles Konstrukt der Belanglosigkeiten. Ein paar Tracks taugen vielleicht dank ihrer eingängigen Hooks fürs Auto oder dienen in Zukunft ab und zu als Hintergrundmusik. Der inhaltslose Rest wandert in die bedeutungslosen Annalen der Modus-Mio Playlist.
6 Kommentare mit 2 Antworten
Da ist ein kleiner Fehler in der Review. An der Stelle "Die Armada an 14-Jährigen mit einer JBL-Boombox hat das Video auch bereits beeindruckende 45 Millionen mal geklickt." müsste es eigentlich heißen "Die Armada an Bots hat das Video auch bereits beeindruckende 45 Millionen mal geklickt."
Schmutz.
schmodder.
Musik, die nur Typen wie Sodhahn feiern können.
Dieser Kommentar wurde vor 5 Jahren durch den Autor entfernt.
Der argemongo feiert den Baklavabomber trotzdem ab ohne Ende. Jubelpersertum hoch 10, ma sagen.
nix gegen JBL Boxen/ darf ich nicht einmal mehr die kaufen ohne irgendeinem klitschee zu entsprechen ? eno wird darauf natürlich nicht gehört
Eno ist was die Skills betrifft gar nicht mal untalentiert. Aber qua Zielgruppenanbiederung hört man davon kaum noch was. Wertung geht ok.