laut.de-Kritik

Schwarz-gelb wie die Biene Maja, dennoch keine Spur von Frühling

Review von

Halloooo! Aufwachen!
Es ist doch Frühling, oder nicht?
Die neue "Deine Lakaien" mit dem schönen Namen "Kasmodiah" kommt zwar in schwarz-gelb wie die Biene Maja daher, aber von Blütenstaub, gar Blumenwiese kann hier keine Rede sein.

Die erste Auskopplung "Return" ist ein trauriges Lied. Sehr sehnsüchtig, weniger hoffnungsvoll und kaum überzeugend singt Alex Veljanov da: "When you hear me calling, will you be there?/ When you see me falling, will you be there?". Plumps. Selber schuld.
Alle Lieder der Platte sind dominiert von der etwas näselnden aber sehr beruhigenden Stimme von Herrn Veljanov. Als Psychotherapeut würde ich ihn sofort nehmen. Aber der Sound im Hintergrund ist schlicht gesagt langweilig.

Zwar wird versucht, den Synthie-Brei und den 80er Beat (dam-dam-dam statt dum-didel-zack-zong-boing) mit Samples aufzuwerten, aber dadurch wird nur ein wilder Mix aufgetischt, und das Tischlein-deck-dich mag einfach nicht recht überzeugen. Etwas hilflos, so scheint es, versuchen Deine Lakaien mit allen möglichen Mitteln ihre Songs in die Länge zu strecken.

Zweistimmig. Dudelsack. Synthie. Samples. Geigen. Gitarren. Stimmengewirr.

Mich erinnert das Album oft an die letzte Paradise Lost, denen man auch nicht nachsagen kann, Frohnaturen zu sein. Die haben es aber irgendwie geschafft, vorhandenes Selbstmitleid in starkes Mitgefühl zu verwandeln und den Liedern einen Schuß mehr Emotion und einen Tick weniger Ernst zu geben.

Insgesamt überzeugt "Kasmodiah" also eher nicht. Wer sich bei den Lakaien allerdings schon lange gut aufgehoben fühlt, macht mit dieser Platte bestimmt nichts falsch. Allen anderen rate ich, nach ausgiebiger LAUT-Lektüre, sofort die kurze Hose anzuziehen und sich auf die nächste Wiese zu flacken.

Trackliste

  1. 1. Intro
  2. 2. Return
  3. 3. Kiss The Future
  4. 4. My Shadows
  5. 5. Into My Arms
  6. 6. Overpaid
  7. 7. Venus Man
  8. 8. The Game
  9. 9. Kasmodiah
  10. 10. Lass Mich
  11. 11. Sometimes
  12. 12. Fight
  13. 13. Try

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3 Kommentare mit 3 Antworten

  • Vor 13 Jahren

    Eine so selten schwache Kritik habe ich selten gelesen. Gerade Return und Into my arms sind die stärksten Songs auf der Scheibe. Ich habe eher das Gefühl, dass der Autor mit der Band wenig anfangen kann. Es gibt keine Vergleiche zu anderen Werke des Duos. Daher sagt die Kritik gar nichts aus. Besonders sinnfrei ist der Vergleich mit Paradise Lost! Sehr schwach laut.de---

  • Vor 11 Jahren

    Schließe ich mich meinem Vorredner an, vielleicht sollte sich Laut.de mal nach ernsthaften Kritikern umschaun, ist klar das jemand der auf Friede-Freude-Eierkuchen und Quitschi-Farben-Sound steht mit dieser Band nichts anzufangen weiß. Mein Tip, in diesem Fall einfach die Fresse halten und ab zum nächsten EAV-Konzert ;)

  • Vor 5 Jahren

    Interessante Kritik. Ich finde, das ist eine der "rundesten" Scheiben der Lakaien, die ich auch in den ruhigen Tracks sehr spannend finde und mir auch dann auf die Ohren gebe, wenn ich eigentlich gar nichts hören will :-D