laut.de-Kritik

Brachiale Rückkehr der bayerischen Folk Metal-Veteranen.

Review von

Nach sechs langen Jahren dürfen die Anhänger der Münchner Folk Metal-Veteranen Equilibrium endlich einen neuen Longplayer ihrer Helden ihr Eigen nennen. "Equinox" symbolisiert die Balance zwischen Alt und Neu, steht für Umbruch und Ausgleich und präsentiert die Band um Mastermind René Berthiaume und Rampenlicht-Neuzugang Fabian Getto so episch und energiegeladen wie noch nie zuvor.

Abermals steht die Mixtur aus traditioneller Folklore und modern produziertem Breitwand-Metal im Vordergrund. Nach einem brachialen Einstiegsduo ("Earth Tongue", "Awakening") serviert die Band mit dem Song "Legends" auch schon die komplette Bandbreite ihres Könnens. Knapp fünf Minuten lang vereinen sich zuckende Keyboard-Sphären, martialische Effekte, fette Riffs und tieftönige Growls und Shouts zu einem hymnenhaften Ganzen.

Das schleppende "Gnosis" schlägt in dieselbe Kerbe, nimmt dabei aber Tempo raus und beeindruckt mit melodiöser Struktur. Liebliche Flötentöne eröffnen das kurz darauf explodierende Brachialwerk "Bloodwood". Elektronische Spielereien und Blastbeats-Attacken münden in einen imponierenden Schlachtgesang-Refrain. Die Band schießt nun aus allen Rohren. "I'll Be Thunder" macht seinem Titel alle Ehre. Mehr Crossover geht nicht. Plötzlich hat man alles mit auf dem Tisch: die epischen Trademarks, Big-Band-Eurodance-Einschübe und kurze Passagen, die an Faith No More und Konsorten erinnern.

Was fehlt noch? Etwas mehr Pop? Kein Problem. Mit "Anderswelt" ziehen Equilibrium auch diesbezüglich alle Register. Irgendwann sind keine Fragen und Wünsche mehr offen – zumindest nicht für all jene, die es lieben, wenn vermeintlich nicht füreinander bestimmte Extreme sich verbünden und im großen Genre-Archiv eine neue Schublade aufmachen.

Mit "Equinox" setzen Equilibrium ein dickes Sound-Ausrufezeichen. Hier ist eine Band am Werk, die sich nach einer langen Pause weiterentwickelt, sich mit unbändiger Spielfreude in Szene setzt und dabei vor keiner Tür Halt macht. "Dieses Album hat uns wirklich geholfen, unsere Stimme als Band zu finden. Ich denke, wir können für die Zukunft darauf aufbauen", erklärt René Berthiaume. Das kann man nach den letzten Klängen des abschließenden und atmosphärischen Outros "Tides Of Time" nur unterstreichen.

Trackliste

  1. 1. Earth Tongue
  2. 2. Awakening
  3. 3. Legends
  4. 4. Archivist
  5. 5. Gnosis
  6. 6. Bloodwood
  7. 7. I'll Be Thunder
  8. 8. Anderswelt
  9. 9. One Hundred Hands
  10. 10. Borrowed Waters
  11. 11. Rituals Of Sun And Moon
  12. 12. Nexus
  13. 13. Tides Of Time

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