laut.de-Kritik

80er-Jahre-Pop-Rock, der einfach Spaß macht.

Review von

Zwischen Psychedelic Folk, Blues Jam und Classic Rock bewegen sich die old-fashioned Indie-Rock-Songs der Band Goose aus Conneticut. Der Albumtitel "Big Modern!" samt Ausrufezeichen wirkt angesichts der behäbigen, zuweilen bräsigen Tracks auf ihrem neuen Album fast trotzig. Pah, modern sein kann doch jeder, scheint das Motto der US-Amerikaner zu sein (nicht zu verwechseln mit der 'modernen' belgischen Elektro-Rock-Dance-Punk-Band).

Ihr sechstes Album klingt streckenweise wie Radio-Rock-Pop, der aus den Achtzigern zu uns herüberweht. Nostalgisch und nett, "eine persönliche Oase im Algorithmus", wie Gitarrist und Frontmann Rick Mitarotonda es nennt.

Ein Feel-Good-Sound, der oft an die Hooks von Pop-Pleasures wie Huey Lewis And The News oder Level 42 erinnert – it's so hip to be square!, aber auch an die fuzzy Gitarrenverspieltheit von King Gizzard & The Lizard Wizard oder an den Vintage-Vibe von Progressive Rock Bands à la Yes. Dazu kommen Funk und Fusion sowie Piano Balladen und jazzy Interludes oder treibender Synth-Rock, die "Big Modern!" insgesamt zu einem Soundtrack eines verlorenen Eigthies-Films machen. Angesichts des nicht tot zu bekommenden Retrohypes um dieses Jahrzehnt und seine Musik (Stichwort "Stranger Things"), ist es dann wiederum nicht mehr so seltsam, Gooses Sound modern zu nennen. Die cleane geradezu blitzsaubere Produktion tun ihr Übriges, dieses abwechslungsreiche angenehme Entertainment-Paket als eigenwillige Zeitkapsel zu charakterisieren.

Denn trotz des cleanen Sounds schimmert die DNA von Goose als Jam-Band durch, die viel improvisiert und neben kurzen experimentellen Interludes auch mal ein Zwölf-Minuten-Prog-Rock-Stück wie "SALT" auf das Album packt. Und so haben sie als gefeierter Live-Act vielleicht 2023 eh schon alles erreicht, als sich zu ihnen der tierisch gute Drummer Animal von der Muppets-Jazz-Rock-Band Dr. Teeth And The Electric zu ihnen gesellte, um ihren Track "Animal" gemeinsam zu performen – Applaus, Applaus, Applaus, hier kommen anarchischer Spaß und mainstreamiger Sound auf lässige Weise zusammen.

Trackliste

  1. 1. (begin)
  2. 2. Big Modern!
  3. 3. Savenger
  4. 4. (you are here)
  5. 5. ((savengersspell))
  6. 6. Good2B
  7. 7. MEDIA
  8. 8. Torero
  9. 9. (faena)
  10. 10. POP
  11. 11. SALT
  12. 12. (again)
  13. 13. Good Times // End Times
  14. 14. ((nocturne))
  15. 15. (((postplace)))

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