laut.de-Kritik
Madball machen Madball-Sachen.
Review von Kai ButterweckMit stolzgeschwellter Brust, breitbeinigem Gang und weit aufgerissenen Augen schreitet Madball-Frontmann und Genre-Ikone Freddy Cricien zum Mikrofon: "Rebel kids don't follow trends, not when I was coming up. We questioned everything, seems that's coming to an end", raunt der Sänger. Nicht nur der verhassten Gesellschaft, auch der eigenen Branche scheint mittlerweile der Verfall zu drohen. Was tun? Für die Mannen aus New York kann es nur eine Lösung geben: Alle Regler auf zehn und ab dafür.
Immer noch desillusioniert vom Geschehen auf der Welt, spuckt Freddy Cricien sofort und flächendeckend Gift und Galle. Auch nach 38 Jahren im Business halten die Branchen-Legenden ihre Birnen hin, wenn's so richtig knallt. "All the good, the bad, that made me - News flash, I'm still here, I was counted out for mad years!", schallt es durch die Boxen. Ansage angekommen.
Während es in der Gesangskabine im Minutentakt kracht und scheppert, nimmt die Gefolgschaft bereitwillig und zu allem entschlossen die Spur auf. Gemeinsam explodieren Madball dann in ihrer unverkennbaren Art. Wahlweise auf der Überholspur ("Chase A Dream", "Flammable"), mit ganz viel Groove im Gepäck ("Family First", "Clockwork", "The Ride"), oder einfach nur laut, energiegeladen und wuchtig wie ein Bulldozer ("Stab Wounds", "What Say You") schießen die Combo aus allen Rohren.
Auf der Suche nach neuem Futter für kommende Live-Setlisten wird man schnell fündig. Der krachende Opener "Tethered" geht sofort in die Beine. Alles dreht sich, alles bewegt sich. Die Fäuste gehen zum Himmel und die Nackenmuskeln beben. Das erstaunlich melodiöse "Rebel Kids" funktioniert als Massenhymne genauso prächtig wie das ähnlich zusammenschweißende "Life's A Mural.
Vielleicht hätte man sich das eine oder andere Interlude sparen können. Aber das gehört zum guten Hardcore-Ton wohl einfach mit dazu. So klatscht der eingefleischte Fan am Ende zufrieden und glücklich in die Hände. Madball bleiben sich und ihren Trademarks treu, liefern solide ab und zeigen der jungen Generation, dass sie auch nach knapp vier Jahrzehnten immer noch vorneweg marschieren, wenn es um metallisch angehauchten Oldschool-Hardcore geht.


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