laut.de-Kritik
Das Heavy Rock-Album des Jahres.
Review von Michael EdeleJunge, Junge, Motorjesus machen es sich selbst aber ganz schön schwer. Nach dem starken "Deathrider" von 2006 ist die komplette Mannschaft um Kapitän Chris Birx von Bord gegangen, nur um fürs aktuellen Album - von Basser Roman Jasiczak abgesehen - wieder geschlossen anzuheuern.
Und so knüpft "Wheels Of Purgatory" musikalisch quasi nahtlos an den Vorgänger an. The New Black lassen sich mit der Veröffentlichung ihres Zweitwerks noch ein wenig Zeit und so legen eben Motorjesus das Heavy Rock-Album des Jahres 2010 hin. Der Zeitpunkt ist drum nicht schlecht gewählt, wobei es auf der Scheibe alles andere denn weihnachtlich zugeht.
Schon allein das kultverdächtige Cover dürfte für manch Kirchentreue nah an der Blasphemie sein. Aber hey, wenn die Autoaufkleber mit 'Jesus Saves' tatsächlich stimmen, dann MUSS der gute Jesse mindestens einen schwarzen Pontiac V8 fahren, um ansatzweise die Geschwindigkeit zu erreichen, mit der wir uns auf den Abgrund zu bewegen. Und wenn ich mir dazu "Wheels Of Purgatory" reinziehen kann, solls recht sein.
Das Intro "Ignition" stimmt gut ein, und mit "Motor Discipline" kommt selbiger so richtig auf Touren. Die Nummer macht ohne Zweifel klar, was die nächsten Minuten auf uns zukommt. Dicke Hose-Rock mit astreinen Melodien, mindestens zwei Hooks pro Song und jeder Menge Testosteron. Eigentlich sollte das Label die Scheibe direkt mit einer Dose Rasierschaum und ein paar Ersatzklingen ausliefern.
Das geile "Fist Of The Dragon" ist dem Intimus von der EP "100.000 Volt Survivor" (die es kostenlos auf der Homepage als Download gab) bereits genauso bekannt wie das abschließende Neil Young-Cover "Old Man". Davon abgesehen gibt es nur brandneue Songs auf die Ohren und die qualmen bald schon genauso aus den Boxen wie die Reifen auf dem Asphalt.
Gebremst wird auf der Scheibe eigentlich kaum. Gerade mal "Fuel For The Warmachine" und "Down To Zero" kommen im eher getragenen Tempo daher. Doch "Hammer Of The Lord" zwingt den Huf wieder aufs Gaspedal und bei "West Of Hell" ist spätestens im Chorus Bodenblech angesagt.
Die Thin Lizzy-Gedächtnisgitarren tauchen mittlerweile nicht mehr so häufig auf. Gerade mal "The Church (Of Booze And Kerosene)" greift ein-, zweimal darauf zurück, und auch "Fire 99" merkt man an, dass die irischen Rocker einen nicht zu verleugnenden Einfluss auf den Sound von Motorjesus haben.
Auch wenn in der zweiten Hälfte von "Wheels Of Purgatory" nicht jeder Song das Potential zum Hit hat, so haben die Jungs aus Mönchengladbach doch einen würdigen Nachfolger zu "Deathrider" eingetütet. Wollen wir mal hoffen, dass das Line-Up jetzt konstant bleibt.
14 Kommentare
Den Witz mit den Rasierklingen hast du schon damals bei Redefine von Soil gebracht und dieses Album hat mich nach dem hammer geilen Nachfolger sehr enttäushct und war nicht ansatzweise so hart wie die Kritik vermuten lässt. Aber der New Black Vergleich macht dann doch neugierig
Verdammt, erwischt Find die "Redefine" aber immer noch ne sehr geile Scheibe!
Fänd das aber echt mal n cooles Gimmick zu ner CD
@todesposter (« @Schoolpeppers (« Sorry, die Band natürliche (Machine Head sind da ja ein etwas anderes Kaliber;-) »):
War aber ein Knüppel von Album. »):
Yepp!
Gutes Ding. New Black haben bei mir nicht richtig zünden wollen. Das hier brennt. Macht sogar dem Nachwuchs Freude.
Saugeil. Vor allem das T-Shirt. Die Platte aber auch. Alles rischdisch geil.