30 Grad im Schatten, 30 Jahre Hurricane und 80.000 Fans auf dem Eichenring.
Scheeßel (laut) - Wer regelmäßig zum Hurricane fährt, kennt das Ritual. Tage vor der Anreise wird der Timetable veröffentlicht, Laufwege werden geplant und Playlisten mit den weniger bekannten Acts gefüllt. Headliner, Geheimtipps und vermeintlich clevere Bühnenwechseln – ein Masterplan für drei Tage Musik wird zusammengestellt: Einer, der in der Realität dann erfahrungsgemäß schon nach wenigen Stunden wieder über den Haufen geworfen wird.
Die Frage aller Fragen
Einmal mehr setzt das Festival auf Vielfalt statt Genregrenzen. Mit Kraftklub, Twenty One Pilots und Florence + The Machine stehen drei völlig unterschiedliche Headliner an der Spitze eines Line-ups, das Rock, Pop, Punk, Rap und Elektro unter einem Dach vereint.
Bleibt noch die Frage aller Fragen: Wie wird das Wetter? Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre gehören Sonnencreme und Regencape weiterhin zur Grundausstattung auf dem Eichenring. Zum Auftakt meint es der Wettergott allerdings gut. Bei Temperaturen um die 30 Grad und viel Sonne starten gut 80.000 Besucher:innen ins Jubiläumswochenende.
30 Jahre laut, staubig, nass und lebendig
In diesem Jahr kommt ein weiterer Anlass zum Feiern hinzu: Das Hurricane wird 30 Jahre alt. In manchen Regionen Deutschlands bringt ein solcher Geburtstag, beispielsweise für unverheiratete Männer, eher zweifelhafte Vergnügungen mit sich. Dann werden Rathäuser gefegt, Türklinken geputzt oder andere lokale Traditionen gepflegt, bis sich jemand erbarmt. Beim Hurricane kennt solche Bräuche nicht. Stattdessen wird seit drei Jahrzehnten die gleiche Tradition fortgeschrieben: Ein ganzes Wochenende wird es laut, staubig, häufig nass, manchmal sonnig und anstrengend zugleich.
Unseren musikalischen Auftakt des Freitags sollen eigentlich Militarie Gun übernehmen, doch zuvor führt der Weg noch kurz zur Mountain Stage. Dort stehen The Ataris auf der Bühne und liefern mit "The Boys Of Summer" ihr wirklich sehr gelungenes Cover. Nicht die einzige Zeitmaschine zurück in die frühen 2000er: Im Zelt spielen besagte US-Amerikaner von Militarie Gun vor eingefleischten Fans, die der stickigen Luft und den hohen Temperaturen trotzen.
Von Ska-Punk bis Skate-Punk
Am ersten Hurricane-Tag steht viel im Zeichen des Punkrocks. Sondaschule hat die knatternde Vespa pünktlich um 17:15 Uhr auf der Main Stage angeschmissen und schickt ihren Gute-Laune-Mix aus Punk, Ska und Bläsern über den Eichenring. Ein solides Set zum Warmwerden.
Im Anschluss stehen die Donots auf dem Programm, die zum Inventar des Hurricane gehören. Seit ihrem ersten Auftritt 2001 sind die Ibbenbürener schon zum achten Mal in Scheeßel zu Gast. Los gehts mit "Auf Sie Mit Gebrüll!", und spätestens jetzt wird deutlich, dass hier einer der ersten großen Publikumsmagneten des Tages auf der Bühne steht. Ganz reibungslos läuft der Start allerdings nicht: Bei "Calling" verabschiedet sich zunächst die Leadgitarre aus dem Mix, während sich im Publikum bei "Dead Man Walking" bereits die ersten vorsichtigen Circle Pits des Wochenendes bilden. Dazwischen bleibt Zeit für eine kleine Verneigung vor den Ramones.
Circle Pits und Zaubertricks
Für eine Überraschung sorgen Siegfried & Joy. Die beiden Magier tauchen mitten im Publikum auf und ziehen einen goldenen Vorhang auf. Als dieser Sekunden später wieder fällt, tauchen dahinter Leoniden-Sänger Jakob Amr und ein Klavier auf. Gemeinsam mit den Donots übernimmt Amr die letzte Strophe von "We're Not Gonna Take It" und kündigt dann auch noch einen Überraschungsauftritt der Leoniden auf der White Stage für Samstag an. Wir notieren es in den eh schon übervollen Timetable.
Während auf der Forest Stage mit The Offspring der erste Headliner des Wochenendes in den Startlöchern steht, lohnt sich unser kurzer Abstecher zur River Stage. Bosse nutzt seinen Auftritt, um gemeinsam mit Viva-con-Agua-Mitbegründer Micha Fritz auf die Arbeit der Wasserinitiative aufmerksam zu machen. Der lässt sich dabei in einem Schlauchboot über die Köpfe der Menge tragen und sammelt Becherspenden ein. Für "Ein Traum" wird kurzerhand eine Leiter in den Graben gestellt. Bosse steigt hinauf und singt von dort gemeinsam mit den Fans. Unterstützung kommt dabei von den Hansemädchen.
Zurück in die 90er
Viel Zeit für eine Pause bleibt bei Temperaturen von mittlerweile über 30 Grad nicht, denn mit The Offspring wartet einer der großen Publikumsmagneten des Tages. Die Kalifornier verwandeln den Eichenring für gut eine Stunde in einen nostalgischen Ausflug zurück auf den Schulhof der 90er. Zwischen Hits wie "Come Out And Play" und "Pretty Fly For A White Guy" setzt die Band immer wieder auf den direkten Draht zum Publikum. The Offspring verneigen sich musikalisch vor Black Sabbath und Ozzy Osbourne, schlagen anschließend aber auch den Bogen zu Taylor Swift und verpassen "Love Story" kurzerhand einen eigenen Anstrich.
Kleiner Fun Fact: Wer auf dem Gelände jemanden mit dem Festivalshirt von 2016 entdeckt, findet darauf einige vertraute Namen wieder: Mit The Offspring, Pennywise, Skindred, Bosse und Boys Noize stehen gleich fünf Acts im Line-up, die bereits vor genau zehn Jahren hier zu Gast waren.
Die nächste Festivalgeneration
Mit einem kurzen Abstecher zurück zur Zeltbühne geht es um 21:45 Uhr zu Betterov. Während auf den großen Bühnen längst die Menschenmassen unterwegs sind, geht es vor der White Stage eher gemütlich zu. Der Berliner setzt mitnachdenklichen Texten einen Gegenpol zum ansonsten gitarrenlastigen Freitag.
Parallel übernimmt Yungblud die Main Stage. Der Brite bewegt sich wie ein Flummi über die Bühne, sucht permanent den Kontakt zum Publikum und nutzt die Show für mit viel Rock-Pathos beladenen Einlagen. Seinen Song "Changes" widmet er Ozzy, dessen Einfluss über viele Generationen von Rock- und Alternative-Künstlern hinweg spürbar bleibt. Bei Betterov und Yungblud wird auch sichtbar, wie sich das Festival über die Jahre verändert hat: Während auf anderen Bühnen Veteranen und langjährige Hurricane-Stammgäste spielen, ziehen hier Künstler ein anderes Publikum auf den Eichenring.
Die Band aus Karl-Marx-Stadt
Um 23 Uhr gehört die Forest Stage dann alleine Kraftklub. Wer wissen wollte, wann Kraftklub spielt, musste am Freitag eigentlich nur zur Main Stage schauen. Ein Kran mit riesigem Countdown und dem massiven Schriftzug des neuen Albums "Sterben In Karl-Marx-Stadt" war den ganzen Tag über eines der meistfotografierten Motive auf dem Gelände. Mit "Teil Dieser Band" richten Kraftklub gleich zu Beginn persönliche Glückwünsche an das Hurricane. Richtig laut wird es auf dem Eichenring dann erstmals bei "Ich Kann Nicht Singen". Danach folgt Hit auf Hit, vor allem "Songs Für Liam", "Schüsse In Die Luft" oder "Ein Song Reicht" begleiten uns in die Nacht.
Ein mehr als geklungeren Hurricane-Auftakt. Am Samstag stehen mit Twenty One Pilots und Florence + The Machine die nächsten Highlights an. Ddazu warten noch einige vielversprechende Acts über den Tag verteilt. Jetzt heißt es erst mal: Kräfte sammeln und noch mehr Sonnencreme besorgen!
Tragischer Todesfall
Den zweiten Festivaltag überschattet eine tragische Nachricht: Eine 41-jährige Frau, die offenbar an Vorerkrankungen litt, wurde am Nachmittag von Rettungskräften reanimiert, konnte aber nicht mehr gerettet werden. Sie war auf dem Festivalgelände kollabiert, heißt es in Medienberichten. Die Polizei ermittelt die genaue Todesursache. Hinweise auf ein Fremdverschulden oder einen Zusammenhang mit dem Festival gebe es nicht. Die Begleitpersonen der Frau erlitten einen Schock.
Wie erwartet bringt der Samstag viel Sonne und Temperaturen, die sich schon früh wieder der 30-Grad-Marke nähern. Die erste lange Festivalnacht hat bei vielen Besucher:innen sichtbare Spuren hinterlassen. Zwischen Kaffeebechern, Sonnencreme und ersten Schattenplätzen läuft der Festivalbetrieb auf dem Eichenring dennoch auf Hochtouren. Spätestens heute wird deutlich: Das Hurricane ist längst kein Rockfestival mehr, zwischen Indie, Pop, Rap, Punk und Alternative treffen die unterschiedlichsten Publikumsgruppen aufeinander.
Hitzeschlacht auf dem Eichenring
Die erste Berührung mit Musik gibt es für uns bei Ritter Lean. Gute-Laune-Sound für einen Sommertag, dazu Zeilen wie "Komm, wir gehen auf dumm", die bereits am frühen Nachmittag zuverlässig funktionieren. Besonders laut wird es bei "OHMEINGOTT".
Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad entwickelt sich der Eichenring zeitweise zur Hitzeschlacht. Die Besucher:innen werden dabei bemerkenswert kreativ: Nasse T-Shirts, Handtücher im Nacken, mit Wasser gefüllte Caps auf dem Kopf und spontane Wasserduschen aus allen Richtungen sind mittlerweile Standard. Aufblasbare Tiere, Schwimmringe und diverse andere kreative Orientierungshilfen ragen überall aus der Menge. Wer seine Gruppe später wiederfinden möchte, scheint auf dem Hurricane längst eigene Navigationssysteme entwickelt zu haben.
Dekorierte Pavillons, selbstgebaute Bierdosen-Konstruktionen
Ein Spaziergang über die Campingflächen zeigt aber auch, dass sich manche Dinge über Generationen von Festivalbesucher:innen hinweg kaum verändern. Zwischen aufwendig dekorierten Pavillons, selbstgebauten Bierdosen-Konstruktionen und improvisierten Vorgärten wird eine Zeltstadt mit Hang zur Eskalation errichtet. Die zahlreichen Bierpong-Tische dienen bei diesen Temperaturen zwar häufig eher als Sammelstelle für Wasser und Erfrischungsgetränke, doch der gute alte Trichter hat den Weg ins 30. Hurricane-Jahr selbstverständlich ebenfalls gefunden.
Zurück auf dem Gelände sorgt Natasha Bedingfield für den nächsten Ausflug in die musikalische Vergangenheit. Neben eigenen Songs spielt sie auch "Zombie" von den Cranberries, was an diesem Abend nicht der letzte Ausflug in die Musikgeschichte bleiben sollte.
Von Stage zu Stage
Um 17 Uhr übernehmen Alexisonfire die Bühne und liefern einen deutlichen Kontrast zum sommerlichen Nachmittag. Sänger George Pettit bewegt sich zwischen den beiden Gitarrenwänden, während Bassist Chris Steele mit Tanz- und Akrobatikeinlagen für zusätzliche Bewegung auf der Bühne sorgt.
Musikalisch könnte der Wechsel anschließend kaum größer sein. Auf der benachbarten Bühne stehen Kaffkiez bereit und eröffnen passend mit "Die Sonne Scheint". Angesichts der Hitze wirkt der Songtitel fast wie ein Lagebreicht. Spätestens bei "Du Bist Schuld" hat die Band das Publikum endgültig auf ihrer Seite.
Die Mission ist klar formuliert: Kaffkiez wollen den Norden aufmischen. Dafür holen sie zusätzliche Bläser:innen auf die Bühne und verleihen ihren Songs noch mehr Schwung. Sänger Finn erinnert sich dabei an den ersten Hurricane-Auftritt der Band im Jahr 2023, der beinahe einem Unwetter zum Opfer gefallen wäre. Damals blieb das Publikum trotz Regens. Man habe dieses Jahr intensiv für gutes Wetter gebetet, erzählt er. Die Antwort fällt offensichtlich etwas zu erfolgreich aus ...
Der Timetable diktiert die nächsten Schritte: weiter mit Wolf Alice. Sängerin Ellie Rowsell greift mal zur Gitarre, mal konzentriert sie sich ganz auf ihre Vocals, während die Band den Mix aus Alternative-Rock und Indie-Pop souverän durchzieht. Viel Zeit bleibt anschließend nicht. Die Main Stage macht sich bereits für den nächsten großen Programmpunkt parat.
Der Headliner vor dem Headliner: Papa Roach
Das Gelände vor der Main Stage ist längst bis in die hinteren Bereiche gefüllt. Soweit das Auge reicht stehen Menschen vor der Bühne. Papa Roach sind für viele hier der eigentliche Headliner des Tages. Wer nicht gerade im Schatten des Zeltes etwas Erholung sucht, scheint sich hier eingefunden zu haben.
Feuer- und Nebelfontänen wechseln sich auf der Bühne ab, während hinter dem Gelände die Sonne zwischen den Bäumen verschwindet. Mit den sinkenden Temperaturen endet zwar die Hitzeschlacht des Tages, vor der Bühne steigt aber die Temperatur dagegen noch einmal deutlich an. Wall Of Death, Circle Pits und Moshpits reichen sich die Hand. Bei "Getting Away With Murder" bouncen tausende Arme synchron im Takt.
Während aufgeblasene Bananen durch die Menge segeln und der Bereich vor der Bühne kollektiv tanzt, schlägt Frontmann Jacoby Shaddix auch ernstere Töne an. Offen spricht er vor dem Song "Scars" über schwierige Phasen seines Lebens und betont, sich auch in schlechten Zeiten nicht unterkriegen zu lassen. Persönlich bleibt es, als Shaddix seinen Sohn auf die Bühne holt. Gemeinsam performen die beiden "Traumatic". Am Ende ihres Sets streuen Papa Roach kleine Ausflüge in die Geschichte des Nu Metal ein. Korn, Deftones und System Of A Down blitzen kurz an, später mischt sich sogar ein kurzes "We Will Rock You" in die Show. Dann steuert alles auf "Last Resort" zu, und der Eichenring singt jede Zeile mit.
"Raise it up, raise it up"
Nach all den lauten Klängen des Tages folgt am Abend das vielleicht größte Kontrastprogramm des gesamten Wochenendes. Florence + The Machine übernehmen die Main Stage und verwandeln den Eichenring für knapp anderthalb Stunden in eine andere Welt. Florence Welch erscheint in einem langen roten Gewand auf der Bühne, das im Wind weht, während hinter ihr vier Tänzerinnen in Weiß jede Bewegung der Musik aufnehmen und perfekt choreografiert begleiten.
Schon nach wenigen Minuten wirkt das Konzert weniger wie eine klassische Festivalshow als vielmehr wie eine kunstvoll inszenierte Aufführung unter freiem Himmel. Barfuß läuft Florence durch den Graben, greift Hände und umarmt Fans in den ersten Reihen. Passend zur untergehenden Sonne fordert Florence vom Publikum kleine Offerings für den Sommer. Überall steigen Menschen auf die Schultern ihrer Freund:innen. Als wenig später "Rabbit Heart (Raise It Up)" erklingt, entsteht eines dieser Bilder, die man noch lange mit diesem Wochenende verbinden wird.
Gegen Ende bittet Florence darum, die Handys für einen Moment wegzustecken. Als "Dog Days Are Over" erklingt, richtet sich die Aufmerksamkeit für ein paar Minuten nur noch auf die Musik. Nach einem langen, lauten Festivaltag entsteht so einer der eindrucksvollsten Momente des Wochenendes – vielleicht sogar der letzten Jahre. Der Samstag hat gezeigt, warum das Hurricane längst mehr ist als ein Rockfestival. Zwischen Nu Metal, Indie-Pop, Rap, Alternative und großen Pop-Momenten passt scheinbar alles nebeneinander. Und während die Temperaturen deutlich erträglicher werden, steht mit dem Sonntag die letzte Runde des Jubiläumswochenendes bevor.
Hurricane bleibt für immer
Nach zwei Tagen Hitze, Staub und wenig Schlaf macht sich am Sonntag bemerkbar, dass dieses Festivalwochenende mehr Körner kostet, als ursprünglich erwartet. Die Wege über den Eichenring werden immer länger und die Sonnenbrände sichtbarer. Gleichzeitig wartet noch ein kompletter Festivaltag mit vollem Programm. Reserven werden also noch dringend gebraucht.
Bereits am frühen Nachmittag sorgen Zebrahead für Bewegung vor der Bühne. Ungewöhnlich viele Crowdsurfer treiben Richtung Bühne, während sich Gitarrist Dan Palmer – mit ikonischem Schnauzer – kurzerhand auf einem Transportcase über die Bühne fahren lässt. Die Band fordert das Publikum noch kurz auf, Merch zu kaufen, um den OnlyFans-Account eines Bandmitglieds zu finanzieren. Ob das tatsächlich nötig ist, bleibt offen.
Während die komplette Crew als Skelette verkleidet arbeitet, gönnen sich zwei Teammitglieder eine Auszeit und lassen sich auf einer riesigen Wassermelone und einem Schlauchboot über die Köpfe des Publikums tragen. Wechsel zur River Stage, wo The Beaches in ihr Set starten. Die Kanadierinnen liefern den passenden Soundtrack für einen sonnigen Sonntagnachmittag. Gute Laune pur.
Durstige Dinos
Etwas Mut erfordert der Weg zur Forest Stage. The Butcher Sisters stehen auf dem Programm. Die Band hat es erst durch intensives Studium der Festival-Playlist auf unseren Timetable geschafft. Schon beim Probehören war klar: Hier ist Eskalation vorprogrammiert. Und genau so kommt es auch. Zwischen schweren Gitarren, einer gehörigen Portion Selbstironie und Songs wie "Bierosaufus Ex" liefern die Frankfurter eine Mischung aus Metal, Party und völliger Überforderung für Außenstehende. Die Hütte reißen sie jedenfalls ab.
Nachdem beim "Nudelsong" noch ein paar Rezepte abgeholt worden sind, geht es weiter zu Clueso. Der musikalische Spagat könnte dabei kaum größer sein: Der Erfurter eröffnet mit "Chicago" alleine vor einem Bühnenvorhang und nur mit Gitarre. Erst danach fällt der Backdrop und die großartige Band steigt ein. Spannend ist vor allem, wie universell Clueso auf einem Festival wie dem Hurricane funktioniert. Er gehört zu den wenigen Künstler:innen, auf die sich scheinbar nahezu alle einigen können.
Seine Band leiht sich zwischenzeitlich die markanten Klänge von "Killing In The Name" von Rage Against The Machine, später verschmilzt "Zusammen" mit Songschnipseln der Fantastischen Vier. Als zum Abschluss "Cello" erklingt und Clueso damit gleichzeitig Udo Lindenberg zum 80. Geburtstag gratuliert, zeigt sich der Eichenring textsicher.
Crowdsurfen für Fortgeschrittene
Wenige Meter weiter auf der Forest Stage geht es deutlich härter zur Sache. A Day To Remember haben nicht nur jede Menge Gitarrenriffs parat, sondern auch ein ungewöhnliches Bühnenbild. Hinter der Band reiht sich eine Schar von (vermutlich) Fans, die das gesamte Konzert aus einer Perspektive erleben, um die sie viele Fans beneiden dürften.
Vor der Bühne herrscht dagegen Ausnahmezustand. Wer bislang noch nicht genau wusste, was Crowdsurfen bedeutet, bekommt hier den ultimativen Crashkurs. Sänger Jeremy McKinnon fordert kurzerhand zum 'Crowdsurfen auf Crowdsurfern' auf, also Menschen, die auf Menschen surfen, die selbst gerade über die Menge getragen werden. Was zunächst nach einer schlechten Idee klingt, wird tatsächlich mehrfach erfolgreich ausprobiert.
Hymnen zum Abschied
Als Provinz die Bühne betreten, ist es vor der River Stage noch einmal richtig voll. Viele scheinen ihre letzten Reserven für diesen Auftritt aufgespart zu haben. Die Band aus der Nähe von Ravensburg liefert die passenden Songs für einen sommerlichen Sonntagabend.
Ganz vorbei ist das Jubiläumswochenende damit allerdings noch nicht. Den Abschluss übernehmen Billy Talent und steigen direkt mit einigen der größten Hits aus ihrem inzwischen beachtlichen Repertoire ein. Während sich der Eichenring in rotes Licht hüllt, wird deutlich, dass das Hurricane für viele mehr ist als eine Ansammlung von Konzerten. Es geht um die Menschen, mit denen man hier drei Tage verbringt, um gemeinsame Erinnerungen und um das Gefühl, dass so ein Wochenende viel zu schnell vergeht. Und genau deshalb kehrt man immer wieder zurück.
Der Vorverkauf für das Hurricane Festival 2027, das vom 18. bis 20. Juni stattfindet, startet morgen am Dienstag, 23. Juni (12 Uhr) mit einem limitierten Frühbucherkontingent.
Für uns vor Ort: Björn Buddenbohm und Jan-Philipp Horstmann.
Bleibt immer auf dem Laufenden mit den neuesten Fotos und Storys von den Southside & Hurricane Festivals!























































































































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