laut.de-Kritik
Neue Songs, Coverversionen und Bonustracks.
Review von Michael EdeleMoment mal, haben The Other jetzt den Veröffentlichungsturbo gezündet und schieben schon in kürzester Zeit das nächste Album nach? Ja und nein.
Tatsächlich liegt mit "Other Dimensions" gerade mal ein Jahr nach "Alienated" ein neues Album vor, doch dabei handelt es sich um kein neues Studioalbum, sondern lediglich um drei nagelneue Songs, Coverversionen und ehemalige Bonustracks, die erstmals digital erhältlich sind. Das Ganze – wie sollte es anders sein – mal wieder mit einem Veröffentlichungsdatum an Halloween.
Los geht’s mit den drei neuen Nummern, angeführt von "My Silent Bride", ein Song, der Fans auf Wacken bereits vorgestellt wurde und sich als klassische The Other-Uptempo-Nummer entpuppt. "Run Runaway" schließt nahtlos daran an lässt leichte California-Punk-Vibes aufkommen, bevor es mit "Aufgewacht" eine etwas launige und von Rod sehr rotzig intonierte deutsche Nummer zu hören gibt.
Die Vincent Price-Hommage "Vincent Price – Master Of Menace" kam bereits letztes Jahr auf den Markt und war Teil der Dokumentation über die legendäre Horror-Ikone. "Demon Eyes" und auch die Sisters Of Mercy-Verneigung "The Walking Dead" würden sich auf jeder offiziellen Veröffentlichung behaupten. Mit dem oldschooligen "Can't Stop The Monster Kids" und dem Partysong "Violence, Murder, Bloodshed" stehen zwei wirklich rare Bonusnummern auf der Scheibe, die zuletzt 2010 veröffentlicht wurden.
Bleiben noch die Coverversionen, wobei mir das Original von "Kleiner Kampf" (Die Strafe), bislang nicht bekannt war, was ich persönlich aber auch nicht als große Versäumnis betrachte. Die Ultravox-Hymne "Dancing With Tears In My Eyes" hat nach wie vor das Zeug zum Klassiker und kam entsprechend auch zu Single-Ehren. Und so sehr die Coverversion von Bad Religions "Forbidden Beat" ihren Charme besitzt, ohne Greg Graffins Stimme funktioniert der Song nicht richtig. Dann doch lieber "Love Song" von The Damned, das durchaus an das Original rankommt.
Da es sich dabei um deutlich mehr als eine Best-Of oder Compilation handelt, die ich mal von der dafür typischen neutralen 3-Punkte-Bewertung ab. Zumal die Songs von Christian Kohle neu gemischt und gemastert wurden. Die Scheibe lohnt sich also definitiv nicht nur für Fans.


1 Kommentar
Die Alphaville-Hymne "Dancing With Tears In My Eyes" ist eigentlich die Ultravox-Hymne "Dancing With Tears In My Eyes"