laut.de-Kritik

Wenn Roboter im gleißenden Neonlicht tanzen.

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Seit fast zwanzig Jahren beglücken die Geschwister Angus und Julia Stone mit feinfühligen, akustischen Singer/Songwriter-Tunes. Im Spätsommer 2026 ist nun plötzlich einiges anders. Das bewährte Lagerfeuer-Setup geht auf Reisen und findet sich irgendwann unter grellem Neonlicht wieder, umgeben von süßlich riechenden Nebelschwaden: In der "Karaoke Bar" gibt die Drum Machine den Rhythmus vor.

Bewusstseinserweiternde Vibes machen sich breit, wenn sich "Dope Lemon"-Kopf Angus Stone ans Mikro schmiegt und gemeinsam mit seiner Schwester musikalische Erlebniswelten erschafft. Das blutsverwandte Paar lässt sich gerne treiben, von Melodien und Emotionen genauso wie von neuen Klangen. Ein entspannter Groove passt wunderbar ins Repertoire ("Monroe"). Hinzukommen verschwommene Orgeln und tiefenentspannte Vocals.

Wer sich Gedanken zur Entstehungsgeschichte des Albums macht, der hat mediterrane Strände, losgelöste Feierlichkeiten und entspannte Lo-Fi-Sessions unter dem hellen Mondlicht vor Augen. Und man liegt mit dieser Vorstellung gar nicht so verkehrt. Entstanden ist das Album auf Reisen rund um den Erdball. Von Frankreich über Griechenland bis nach Australien und Fernost: Angus und Julia Stone haben in den vergangenen Monaten überall auf der Welt genau hingehört und hingesehen. Die Geschwister haben musiziert, gefeiert und viele neue Menschen kennenglernt. All das sog man in sich auf und verwandelte es in Musik.

Das locker pumpende "Celestial Bodies" klingt nach einer entspannten Cabrio-Fahrt. "Strangely Strangely" vereint wabernde Flöten mit psychedelischen Percussions. Und wenn es plötzlich hell wird, tanzen sogar die Roboter im gleißenden Neonlicht ("Brightest Place"). Der erstaunte Gesichtsausdruck ist längst verflogen. Angus und Julia Stone haben elektronische Spielereien für sich entdeckt – so viel steht fest. Aber am Ende ändert das dann doch nicht so viel.

Das Duo hat zwar neue Arrangements im Gepäck. Was das Songwriting, die entspannte Herangehensweise und den Umgang mit Emotionen und Harmonien angeht, bleiben sich die Geschwister aber treu. Ein viel größeres Kompliment könnte man beiden auch gar nicht machen: Denn trotz der neuen Töne steht das Fundament des Ganzen wie eine Eins. Das freut den Fan der ersten Stunde genauso wie den, der sich nach unzähligen Abenden am Lagerfeuer gerne auch mal in eine gechillte Strandbar mit aufgelockerten "Fear And Loathing In Las Vegas"-Vibes verirrt.

Trackliste

  1. 1. Karaoke Bar
  2. 2. Monroe
  3. 3. Celestial Bodies
  4. 4. The Start
  5. 5. Strangely Strangely
  6. 6. Brightest Place
  7. 7. Take Me Back To Japan
  8. 8. Cowgirls Lover Boi
  9. 9. The Cherry Farm
  10. 10. Mexico City

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