laut.de-Kritik
Die Sixties-Party ist noch nicht vorbei ...
Review von Karin SteiEr ist schon ein kleiner Tausendsassa, dieser Frank Popp. Grafik-Designer, Produzent, DJ und König des Sixties Revival, alles in einer Person. Beflügelt durch den Einsatz als Werbesong diverser Firmen dudelte 2003 sein Ohrwurm "Hip Teens Don't Wear Bluejeans" auf jeder Party von Kiel bis Konstanz und bescherte so dem Album "Ride On" eine Wiederauflage. Nun meldet sich der Düsseldorfer zurück: "Touch And Go" heißt sein neues Werk. Untertitel: Soul Shakers. Popps Hommage an den Soul, Funk und Beat der Sixties geht weiter.
Das funkt, es groovt, es flippt. Frank Popp und sein Ensemble beglücken die Tanzwütigen wieder mit eingängigen, aber aufwändiger arrangierten Melodien als noch auf "Ride On". Dies gibt Sängerin Sam Leigh-Brown die Chance, mit ihrer elegant modulierenden Stimme gefühlvolle Soulklänge zu erzeugen, die auch in Richtung Modern Soul gehen wie etwa bei "All I Need". Gerade die ruhigeren Tracks wie das Esther Philips Cover "Just Say Good-bye" laden zu gepflegter Melancholie ein.
Dass Sam Leigh-Brown jedoch auch dem vorherrschenden Big Band Sound gerecht wird, macht ihre Klasse aus. Denn Frank Popp verwebt fette Bläsersätze, eine aufreizende Hammond-Orgel, das allgegenwärtige Tambourin wie in "Business Pleasures" oder eine rotzige Mundharmonika wie in "Gettin Down" zu einem mächtigen Klangteppich, der eben manchmal auch etwas überproduziert wirkt.
Relaxte Coolness bietet dagegen die Single-Auskopplung "The World Is Waiting" und vor allem der vom französischen Easy Pop inspirierte Track "Foncé Dans Le Coeur". Bunt, schillernd, dynamisch: Frank Popp feiert musikalisch souverän das Lebensgefühl der Sixties, verliert sich aber nicht in bloßer Nachahmung. Einfach groovy!
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