laut.de-Kritik
Japanisches Remix-Paket der leibhaftigen Cartoonband.
Review von Giuliano BenassiWas die Japaner bekommen, soll Europa nicht vorenthalten werden. So lautet wohl der Gedanke hinter der verzögerten Veröffentlichung dieses Albums. Ursprünglich nur in Fernost zu beziehen, kommt nun auch der lokale Gorillaz-Fan in den Genuss des neuesten Outputs der Band.
Trotz der abenteuerlichen Reise: Allzu viel ist nicht geboten. Von der wie gewohnt gelungenen grafischen Gestaltung abgesehen, entpuppen sich die "G-Sides" in erster Linie als Single-Stücke, die auf dem Erstlingsalbum nicht vertreten waren, und alternative Versionen der Hits "19-2000" und "Clint Eastwood". Zusätzlich gibt es die Videos zu "Clint Eastwood" und "Rock The House" - wohl für die wenigen, die sich auf Viva und MTV noch nicht daran satt gesehen haben.
Abgerundet wird das Paket durch ein paar neue Lieder. "Dracula" dubbt schön vor sich hin und ist ein gutes, etwas schräges Chill-Out-Stück. "Faust", in Anlehnung an die gleichnamige deutsche Band, spielt mit elektronischen Klängen aus den 70er Jahren und überrascht mit japanischen Vocals. "Ghost Train" ist soulig-tanzbar, "Hip Albatross" beginnt dagegen mit dem Anzünden eines Bongs und soll sich wohl anhören wie ein Opiumrausch.
Interessanter für die Fans dürfte eher sein, dass die Gorillaz nach ihrer US-Tour an neuen Projekten basteln. So soll mit "Zombie Kong" ein Videospiel auf den Markt kommen, das an den Klassiker Donkey Kong angelehnt ist. Zudem arbeitet Grafiker Jamie Hewlett an einem Gorillaz-Kinofilm mit dem Arbeitstitel "Celebrity Heights". Da Damon Albarn wieder mit Blur beschäftigt ist, dürfte "G-Sides" vorerst der letzte musikalische Output der leibhaften Cartoonband sein. Nicht gerade berauschend, aber dennoch ganz akzeptabel.
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