laut.de-Kritik

Solides Werk ohne große Neuerungen.

Review von

Viel falsch machen können Sevendust eigentlich nicht. Sänger Lajon Witherspoon war schon immer das dicke Ass im Ärmel und der lässt auch auf dem 15. Studioalbum der Truppe aus Atlanta keinen Zweifel daran, dass er zu den Stärksten seiner Zunft gehört.

Folglich ist es auch Lajon, der den Songs auf "One" seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückt und den meisten Raum einnimmt. Die Band weiß mittlerweile sehr genau, dass man musikalisch keine großen Sprünge oder Experimente machen muss, solange man so eine Stimme hinterm Mikro hat. Von daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die musikalische Grundlage den bekannten Mustern aus deutlich tiefergelegten Gitarren und fetten Grooves entspricht.

Clint Lowery und John Connolly machen den Job jetzt schon lange genug um zu wissen, wie der Hase läuft und das exzessive Soli im Grunde genommen nur kontraproduktiv sind. Entsprechend verwundert es auch nicht, dass die meisten Songs mit unter vier Minuten Spielzeit auskommen und damit auf das wesentliche reduziert sind. Lediglich das finale schwummrige "Misdirection" knackt die Fünfminutenmarke und nimmt den Hörer mit auf eine abwechslungsreiche Reise.

Zwischen dem Finale und dem sofort ins Ohr gehenden Titeltack passiert an sich nichts nennenswert Neues. Dafür hört man hier aber ein Album aus einem Guss, das dich zu keiner Zeit enttäuscht. Hinter den Reglern saß einmal mehr Michael Elviis Baskette (Alter Bridge, Falling In Reverse), der dem Album einen fetten aber transparenten Sound verpasst hat. Die derben Shouts von Drummer Morgan Rose sind klar in der Minderheit – von "Blood Price" mal abgesehen – und dennoch frischen sie das balladeske "Unbreakable" durch Shouts und Breakdowns auf.

Die Single "Is This The Real You" bleibt mit leichtem Swing definitiv in Erinnerung, dürfte allerdings nicht jedermanns Sache sein. Bei mir haben sich vor allem "Bright Side" und das etwas sperrige "The Drop" nachhaltig im Gehörgang eingenistet und sorgen dafür, dass es "One" auch mittelfristig in meine private Playlist schafft. Auf lange Sicht sind mir die frühen Alben wie "Animosity" oder "Seasons" allerdings doch lieber.

Trackliste

  1. 1. One
  2. 2. Unbreakable
  3. 3. Is This The Real You
  4. 4. Threshold
  5. 5. We Won
  6. 6. Construct
  7. 7. Bright Side
  8. 8. The Drop
  9. 9. Blood Price
  10. 10. Misdirection

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