laut.de-Kritik

Man nehme eine Projektionsfläche und taufe sie Weiss.

Review von

Das Musikvideo der ersten Singleauskopplung von "Hast du kurz Zeit" beginnt mit einem Disclaimer: statt eines handelsüblichen Videos habe Wincent Weiss seine (ganz ganz echten) Freunde zu einer (ganz ganz echten) Reise mitgenommen, "um das Wertvollste zu teilen, was es gibt: Zeit". Wer schon immer einmal wissen wollte, wie so ein Popstar urlaubt, schnalle sich an: man schlendert gen Sonnenuntergang, beim Tischfußball wird herumgejuxt, Prost, hoch die Tassen. Beeindruckend ist vor allem, wie superauthentisch normal die sonnenbrilligen Friends ihre wertvolle Zeit verbringen, dabei müssten da doch ur viele Kameramänner anwesend sein. Zwischendrin wird natürlich – irgendwie ist's ja doch ein Musikvideo – in die Cam gesungen, Wincent (die Kumpeligkeit im Auftritt verstehe ich als Angebot zum Du) sieht dann echt süß aus und irgendwie auch glücklich. Good vibes only, ein Urlaub mit Prädikat megageil.

Nicht nur bei diesem Clip fragt man sich nach 30 Sekunden, wann bei YouTube der Werbe-Überspring-Button auftaucht. Auch Wincents Musik arbeitet nach schnöden Marketing-Prinzipien. Wie auf den (zur Recherche natürlich allesamt ganz genau studierten) Vorgänger-Alben will sich auch auf "Hast du kurz Zeit" partout kein eigener Stil einstellen. Ideenloses Gitarrengezupfe auf Song A weicht uninspirierter Karibikvibe-Perkussion auf Song B, vielleicht ist es auch andersherum, es spielt keine Rolle. Mit Fug und Recht darf man vermuten, dass genau das Wincents Konzept ist.

So spielen selbst die Songtitel ein verwirrendes Verwechselspiel: "Letzte Liebe" heißen die, oder "Letzter Song", "Hast du kurz Zeit" und "Zeit vergeht". Wincent, der selbst aussieht wie die Voreinstellung einer Videospielfigur, fungiert dabei als farblose Litfaßsäule generischer Emotions-Kalauer. Mit makelloser Stimme mimt er mal den Sehnsüchtigen, dann wiederum einen geläuterten, Angekommenen und bietet dabei die perfekte, unbeschriebene Projektionsfläche. Man taufe ihn Weiss!

Die Texte, äh Slogans, die durch diesen Astralkörper hindurch in des Hörers Ohrmuschel katapultiert werden, sind erwartbar simpel. Dass auf einigen Songs bis zu fünf verschiedene Werbetexter als Co-Autoren angegeben sind, darunter Rap-Gesichter wie Takt32 oder PTK, ist angesichts der gähnenden Uninspiriertheit verwunderlich. Erinnert man sich an Kindheitstage in der Vorschule, gärt jedoch der vom Faktencheck bis dato nicht bestätigte Verdacht, die Autor*innen hätten sich des surrealistischen Schreibspiels Cadavre exquis bedient: jeder schreibt eine Zeile, kennt aber weder Kontext noch Sinn. Als Rezensent dieses Machwerks fühle ich mich an dieser Stelle inspiriert, das Spielchen noch weiter zu drehen: fügt man den jeweils ersten Satz eines jeden Hast-du-kurz-Zeit-Songs aneinander, ergibt sich folgende Kurzgeschichte:

"Wenn alles zerbricht, bist du das, was bleibt. Ich seh uns beide noch im Sommer. Wenn irgendwer fragt: ich halt dich noch fest, ist der Sommer vorbei. Du könntest meine letzte Liebe sein. Ich lass ein'n Fußabdruck vor deiner Tür. Ich kam mit Blumen von der Tanke beim zweiten Date an. Bin ich gut genug? Ich hab keine Ahnung, was ich hier mach. Vor ein paar Jahren war noch alles cool (mmmmh). Ich wünschte, die Augen würden regnen, das Holz im Steg ist brüchig, der Weg scheint ewig lang. Große Welt, tausend Fragen. Ist eine Sache klar, dann, dass hier keiner überlebt. Verrückt, wie schnell doch unsre Zeit vergeht. Ich atme ein, nehm den allerletzten Zug. Als du noch nicht da warst, war's mir egal. Kurz bevor die Sonne untergeht, vielleicht war'n das die schönsten Tage im Jahr."

Doch dann, nach zwei Dritteln des Albums: eine Überraschung. Auf "Den Letzten beissen die Hunde" (das "ß" wurde komischerweise auch aus dem bürgerlich Weiß heißenden Interpretennamen getilgt): eine Brise Selbstreflexion. Über tatsächlich einmal dringlich klingende Synthesizer-Kaskaden schmettert Wincent eine Art Neoliberalismus-Kritik im Schafspelz: "Kranke Welt, haben viel aber nie genug / Wir sind schnell wie ein riesiger rasender Zug / Den letzten beißen die Hunde", in der Ferne tobt ein Krieg. Ob die obsessive Nabelschau, die "Hast du kurz Zeit" ansonsten vollständig ausfüllt, damit etwas zu tun haben könnte?

Trackliste

  1. 1. Unendlichkeit
  2. 2. Hast du kurz Zeit
  3. 3. In einem anderen Leben
  4. 4. Sommer der bleibt
  5. 5. Letzte Liebe
  6. 6. Lang nicht hier
  7. 7. Langsam
  8. 8. Gut genug
  9. 9. Den Letzten beissen die Hunde
  10. 10. Letzter Song
  11. 11. Flieg
  12. 12. Deiner Seite
  13. 13. Einmal zusammen
  14. 14. Immer näher
  15. 15. Zeit vergeht
  16. 16. Letzter Zug
  17. 17. Wegen dir
  18. 18. Kurz für immer

Videos

Video Video wird geladen ...

Weiterlesen

LAUT.DE-PORTRÄT Wincent Weiss

"Wenn wir uns verlieben, wenn das Leben uns umhaut und wir besoffen vor Glück sind, müsste da nicht Musik sein?" Jeder, der im Sommer 2016 auch nur …

7 Kommentare mit 101 Antworten

  • Vor 20 Tagen

    Sind Projektionsflächen eigentlich quadratisch oder irgendwie voluminös-dreidimensional? Und wie berechnet man sie in Dreiecksbeziehungen? Ich verbleibe selbst immer in der Grundfläche, dann kann gar nichts schief gehen. Hat auch irgendwas von Unendlichkeit, denn sobald der Raum sich füllt, beginnen schon die Erwartungen.

    • Vor 20 Tagen

      Nun ja, wie du sicherlich weißt ist eine Projektion ein idempotenter Endomorphismus, folglich sind sowohl Urbild als auch Bild Teilmengen des selben Vektorraums (ich wähle hier den Spezialfall Vektorraum, da du ja an der Idee der Dimensionalität interessiert bist). Das impliziert natürlich, dass die Dimensionalität des Bildes und des Urbildes kleiner gleich der Dimensionalität des Raumes ist. Von hier aus kannst du übernehmen: Was können wir jetzt daraus folgern das jeder Homomorphismus linear ist? Kleiner Tipp: kannst du ein Diagram zeichnen, welches kommutiert?

    • Vor 20 Tagen

      Ohje, ich schau's mir an die Wochen. Hatte nur Mathe-Grundkurs im Abi, zwar immer 14 Punkte, aber das reicht wohl lange nicht aus.

    • Vor 20 Tagen

      Noch lange nicht, Watson, noch lange nicht..

    • Vor 17 Tagen

      Eins dürfen wir nicht vergessen: Eine Projektion ist nicht allein ein idempotenter Endomorphismus, vielmehr ist eine kompakte unberandete n-dimensionale Mannigfaltigkeit genau dann (n−1)-zusammenhängend, wenn sie homöomorph zur n-Sphäre ist. Darum geht's bei Wincent Weiss. Das habt ihr alle nicht kapiert. So.

    • Vor 17 Tagen

      Nur für n \in \mathbb{N} und n>0.

    • Vor 17 Tagen

      Das WWM (nicht WatsonWektorMorphismus, sondern WincentWeissManagement) hat sich bei mir als neutralem "Experten" (wahrscheinlich wegen Mathe-LK; naja, fürs TV-Expertentum reicht's wie üblich, auch wenn ich nichts verstehe) gemeldet und auf Folgendes hingewiesen:

      "Aussage 1 (Capsi) bewegt sich (mit kleiner Unschärfe bei „Urbild“) in linearer Algebra.

      Aussage 2 (Klinsi) wechselt plötzlich in die Topologie und setzt eine ganz andere Bedeutung von „Projektion“/„Homomorphismus“/Strukturrahmen voraus. Das wirkt wie absichtliches Ausweichen oder Missverständnis der Ebene.

      Aussage 3 (Capsi) ist eine minimale Domänen-Einschränkung, aber geht am Kern (nein, nicht Kern/Urbild, sondern inhaltlich) vorbei.

      Conclusio: ihr mathematisiert ein wenig aneinander vorbei.

      Vorschlag: Habt Ihr Kurz Zeit, dann könntet ihr gemeinsam das (welches?) tolle Album des Herrn Wincent Weiss hören.

      Herzlichst, euer WWM"

    • Vor 17 Tagen

      Auch wenn ich den Entwurf von Saubermacher etwas willkürlich fand, da hat WWM doch noch etwas nachzuholen: wenn wir über n-Zusammenhang sprechen, sprechen wir über Homotopiegruppen und damit über algebraische Topologie und damit sind wir nicht sooo weit weg von Homomorphismen, die wir zwar in linearer Algebra untersuchen, welche uns aber nahezu überall begegnen.

    • Vor 17 Tagen

      Und spätestens wenn wir die Kategorientheorie dazuholen ist eh alles das gleiche im Grunde

    • Vor 17 Tagen

      Danke, leite ich weiter!

    • Vor 15 Tagen

      Schön aufgelöst. Merci! Ich wollte hier auch keine Schärfe reinbringen.

    • Vor 15 Tagen

      Ja, die Schärfe, die bringt ihr doch ständig hier rein!

    • Vor 15 Tagen

      Kennt ihr Turnstile?

    • Vor 15 Tagen

      Ja, die sind so ziemlich die Einzigen, die in solch unbewegten Zeiten überhaupt noch echte Schärfe in irgendjemandes Leben zu bringen vermögen! :)

  • Vor 20 Tagen

    Ich habe irgendwann in einem Interview mit ihm mal gelesen, dass er selbst privat auf Heavy Metal-Mucke steht ... Irgendwie lustig, wenn man bedenkt, dass er seit Jahren austauschbaren Belanglos-Pop macht ...

  • Vor 20 Tagen

    Die Vorstellung, dass es da draußen sehr wahrscheinlich Menschen gibt, die losgehen um sich am gleichen Tag neue Alben von Wincent Weiss und Tim Bendzko zu kaufen, ist erschreckend.

    • Vor 20 Tagen

      Weit weniger erschreckend als zu wissen, wie viele Menschen da draußen Alben von den Onkelz, Weimar, Frei Wild und ähnlichen Müll kaufen. Da stören mich Leute, die Weiss oder Bendzko hören oder deren Alben kaufen echt nicht.

    • Vor 20 Tagen

      Okay, das ist natürlich das absolute Endstadium bzgl. erschreckender Musikkäufe.

    • Vor 19 Tagen

      Wenn ich wählen müsste zwischen den Onkelz und Bendzko bzw. allen anderen Deutschpoppoeten, würde ich mich für Erstere entscheiden. Deren Auflösung ist zwar auch seit über 20 Jahren mehr als überfällig, aber nen paar gute Songs hatten sie dabei. Weiss, Bendzko etc. lösen bei mir Brechreiz aus. Das geht nicht.

    • Vor 19 Tagen

      Wenn braune Scheiße weniger Brechreiz auslöst, dann hat das wohl einen Grund, und der liegt nicht bei den "Deutschpoppoeten" (was für eine Fehlbezeichnung).

      Die Belanglosigkeit dieser "Poeten" lässt sich doch weit leichter ertragen, ignorieren und ausblenden, wie die einem ins Gesicht gerotzte Gesinnung der Helden der ostdeutschen Provinz, würde ich mal sagen. Zumindest wenn man sich nicht gedanklich auf blaubrauner Ebene befindet.

    • Vor 19 Tagen

      Willst du mir ernsthaft unterstellen, dass ich rechts bin, Theory? Hast du ne Macke oder was?

    • Vor 19 Tagen

      "Die Belanglosigkeit dieser "Poeten" lässt sich doch weit leichter ertragen, ignorieren und ausblenden, wie die einem ins Gesicht gerotzte Gesinnung der Helden der ostdeutschen Provinz, würde ich mal sagen."

      100% richtig. Aber der "Dr" Mubasi hat ja unübersehbar Sympathien ins reaktionäre Lager, hat sich schon vor längerer Zeit gezeigt.

    • Vor 19 Tagen

      Was ihr euch hier ankackt, musikalische oder i.a. künstlerische Qualität ist nur sinnvoll als konzept wenn die beurteilung nicht die politische Gesinnung miteinbezieht. Geschmack muss auch nicht immer ideologiekonform sein. Oh Gott, jemand sagt, dass er die Musik der Onkelz ggnüber dem Driss hier bevorzugt und ihr meint eine Intervention stagen zu müssen :rolleyes:

    • Vor 19 Tagen

      Staget ja keiner, reg dich ab.

    • Vor 19 Tagen

      Verschüttete Träume, Bilder aus alten Tagen
      Vom Wahnsinn, den ich lebte, und was sie mir heute sagen,
      Ich schlief zu wenig und ich trank zu viel
      Die Schmerzen im Kopf war'n ein vertrautes Gefühl!

    • Vor 18 Tagen

      Schwingster, ich gehe davon aus, dass du so um die 14 bist. Insofern alles cool. Du bist nen junger Kerl. Whatever. Jetzt ab ins Bettchen.

    • Vor 18 Tagen

      Pssssst, ich hör heimlich manchmal Burzum. Aber keinem weitersagen.

    • Vor 18 Tagen

      Es ist das Lied "Wieder mal nen Tag verschenkt" von den Onkelz, das ich persönlich mag. Das andere selbiges total beschissen finden, ist bestimmt so. Dass die Typen Skins waren und zu Beginn ihrer "Karriere" rechtsextreme Parolen in ihren Liedern verbreitet haben, verheimlichen sie doch nicht, so weit ich weiß. Eher distanzieren sie sich davon. Ich kann zumindest in den folgenden Zeilen absolut nichts rechtsextremes erkennen. Wen ich hier irgend etwas übersehe, falsch verstehe oder Codes übersehe, bitte ich um Aufklärung. Dann lösche ich alle meine posts. Hier der Text: Ein neuer Tag beginnt
      auf der Suche nach dem Sinn
      dem Sinn in meinem Leben
      doch ich kann ihn nicht finden
      wars das schon?
      kann das alles ein?
      was kommt danach?
      wann ist's vorbei?
      wer kennt die Antwort
      auf diese Fragen?
      die Tage vergehn, nichts passiert
      nichts ist geschehn und es rebelliert
      in den Falten meines Hirns
      in den Ecken meiner Seele
      Wieder mal 'nen Tag verschenkt
      wieder mal 'nen Tag verschenkt
      Die Tage vergehn, nichts passiert
      nichts ist geschehn und es rebelliert
      in den Falten meines Hirns
      in den Ecken meiner Seele
      ich hab nächtelang gezecht
      mich ins Koma gesoffen
      oft gezielt,doch nie getroffen
      ich weiß, wie es ist, der Arsch zu sein

      Grüße gehen raus an Schwingster. Ich habe das Lied damals mit meinen Kumpels gehört und wir haben es immer zusammen gesungen. Es hat uns berührt. Ich war die halbe Kartoffel, die anderen kamen aus Rumänien, dem Libanon oder Indien...aber klar, alles Nazis in deiner Vorstellung.

    • Vor 18 Tagen

      "aber klar, alles Nazis in deiner Vorstellung."

      Klar, hab viel nachgedacht über deine Kumpels die ich nicht kenne.

      Die vorliegenden Lyrics sind freilich rührseliges Geschwafel, auch bekannt als Modus 2 von 2 der reaktionären (nicht notwendigerweise rechten) Prollrockbands. Modus 1 wäre: ihr könnt uns alle mal, wir sind Rebellen, wir lassen uns nix sagen, etc pp.

    • Vor 18 Tagen

      Die da oben zitierten Onkelz-Lyrics könnten abgesehen von dem bösen Wort am Ende auch von Mark Forster stammen. Gibt bestimmt Leute, die Teile davon als Wandtattoo an ihrer Wohnzimmerwand haben.

    • Vor 18 Tagen

      Mubasi killt alle, ohne Vorwarnung. :lol:

    • Vor 18 Tagen

      @Schwingster. Es geht nicht darum, ob das Lied deinen oder einen anderen Geschmack trifft oder nicht. Es geht um deine Vorwürfe mir gegenüber. Diesbezüglich lieferst du keinerlei sachliche Argumente. Und letzteres ist eigentlich Kennzeichen einer reaktionären Denkweise. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    • Vor 18 Tagen

      Es geht um die Diskussion in einem anderen Faden letztens, als du relativ viel Verständnis für die Standpunkte eines reaktionär-verblendeten Drive-by-Users aufbrachtest, daher mein Kommentar. Aber is gut.

    • Vor 18 Tagen

      Auch in besagtem Pfaden habe ich meinen Standpunkt detailliert begründet. Keine der Aussagen, die dort getätigt wurden, weder von mur noch von anderen, lassen deine Verurteilung eines Users als "reaktionär-verblendeten Drive-by-User" zu. Hör bitte auf mit deinen Etikettierungen, die hier niemanden weiterbringen. Nicht jeder Mensch, dessen Meinung nicht mit deiner einhergeht, ist rechts oder reaktionär und ich bin überzeugt davon, dass sich alle anderen User hier ohne deine vorschnellen Einteilungen selbst eine Meinung bilden können. Ich danke dir im Voraus.

    • Vor 18 Tagen

      Doch, in diesem "Pfaden" ließ das diese Einschätzung durchaus zu. War nämlich nix als aufwiegelndes, spekulatives Geblubber, was der Mensch da von sich gab, inklusive der Einschätzung, Fakten hätten in solchen Diskussionen nichts verloren, weil reaktionäres Urteilen basierend auf anekdotischer Evidenz sei wichtiger.

      Aber vielleicht fehlt mir tatsächlich die Sensibilisierung für diese Leute und ihre Diskussionskultur. Vielleicht muss ich mit ihnen zusammen weinerliche Onkelz-Songs singen, um zu bonden. ;-)

    • Vor 18 Tagen

      Wir befinden uns sowieso auf konservativen Umwegen, der Pfad der Leistungslosigkeit wird gerade umgedeutet, was dazu führen könnte, dass auch das Übermaß an Empathie für Alles und Jeden etwas zurückgepfahren wird. Ironischerweise könnte dies tatsächlich dann dazu führen, dass besagtes Bonden erst einmal vollständig abgemeldet wird.

    • Vor 18 Tagen

      "Schwingster, ich gehe davon aus, dass du so um die 14 bist. Insofern alles cool. Du bist nen junger Kerl. Whatever. Jetzt ab ins Bettchen."

      Mubasi, wie er vorschnelle Etikettierungen macht.

      "Hör bitte auf mit deinen Etikettierungen, die hier niemanden weiterbringen."

      Mubasi, wie er sagt, dass vorschnelle Etikettierungen nicht richtig sind.

    • Vor 18 Tagen

      @ceee: Guter Punkt. Er hat mich auch schon mal als linksextrem etikettiert. Man würde wirklich hoffen, der gute Mubasi hielte sich an seine eigenen Prinzipien...

      Im Sinne der vom Wiesel angesprochenen Empathie müsste man vielleicht die Onkelz-Lyrics etwas umdichten, damit auch etwaige Drive-by-Poster schnallen, dass sie auf dem falschen Dampfer sind. Ich denke da an sowas wie

      "Wieder mal 'nen Tag verschenkt
      Wieder mal misogyne, rassistische Scheiße
      in den Kommentarspalten abgeladen
      oft auf Migranten gezielt,doch nie getroffen
      ich weiß, wie es ist, der Arsch zu sein"

      und voilá. Selbsterkenntnis durch Onkelz-Lyrics, wer hätte das gedacht!

    • Vor 18 Tagen

      Ich empfinde ein gewisses Mitleid mit dir, Schwingster. Der Stachel muss sehr tief sitzen, dass du sofort wieder in die gleiche Kerbe haust. Na ja. Die Umdichtung des Textes finde ich ziemlich gut. Für einen 14jährigen. Du solltest weiter an der Verbalisierung deiner Gefühle arbeiten, dann wirst du vielleicht noch ein großer Lyriker. Lass deiner inneren Stimme freien Lauf. Da musst du auch nicht so sehr aufs sachliche Argumentieren achten. Eine win-win Situation. Viel Erfolg.

    • Vor 18 Tagen

      PS ein Tipp noch: Vielleicht liest du vor deiner nächsten Großtat noch mal nach, was misogyn, rassistisch, fremdenfeindlich, rechts- und linksradikal etc. überhaupt bedeuten (und was nicht) und gleichst das mit deiner eigenen Interpretation ab, bevor du das wieder allen unterstellst, die nicht deiner Meinung sind. Du kannst dich aber natürlich auch als Texter für die Onkelz bewerben oder Vincent Weiss oder beide. Erstere mögen Feindbildkonstruktionen, letzterer Platitüden. Das ist eigentlich genau dein Ding! Ich glaube an dich!

    • Vor 18 Tagen

      Du empfindest es also nicht als bedenklich, wenn jemand sagt, er lehne das Belegen von Behauptungen ab?

    • Vor 18 Tagen

      Und wenn du "Etikettierungen, die hier niemanden weiterbringen" nicht magst, warum hast du dann mich etikettiert? Bitte klare kurze Antworten auf beide Fragen, damit ich deinen Gedankengang nachvollziehen kann.

    • Vor 18 Tagen

      1. Doch, es ist bedenklich oder mindestens ungünstig, zumindest, wenn man versucht jemanden argumentativ zu überzeugen. Ob jemand deswegen rechtsextrem ist, kann ich ohne den entsprechenden Kontext nicht beurteilen. 2. Weil du nicht argumentierst, sondern mich direkt als reaktionär bzw. Symathisant von rechten Ideologien darstellst. Hättest du geschrieben. Ich finde es zum Kotzen, dass du eher Onkelz als Vincent Weiss und Co. hörst und daher bist du für mich ein dummer Wichser, hätte ich es okay gefunden. Aber mich als reaktionär ohne konkrete Begründung einzuteilen und ohne irgendwelche Anhaltspunkte in besagtem Lied, wie beknackt es auch immer sein mag, finde ich nicht okay. 3. Es ist richtig, dass ich dich damals als linksextrem eingestuft habe. Deine sehr vehemente Haltung gegenüber eines Users, den du offenbar schon lange als rechtsextrem eingeordnet hast, veranlasste mich zu meiner unseriösen Behauptung. Dafür entschuldige ich mich. Das war scheiße von mir, denn prinzipiell finde ich es richtig, dass du laut bist gegen all diejenigen, die du im Sinn hast. Ich teile deine Einschätzung bestimmter Aussagen nicht, aber glaube, dass wir eine völlig falsche Frontlinie aufmachen. Deine Absichten sind gut. Ob ich reaktionör bin? Ich hoffe nicht, ich frage neinen Sohn, wenn er alt genug ist.

    • Vor 18 Tagen

      Wollen wir mal nicht so tun als wäre linksextrem oder linksradikal was schlimmes, hm? Danke.

    • Vor 17 Tagen

      Jede Form von Extremismus bzw. Radikalität ist das Letzte.

    • Vor 17 Tagen

      Und sind nicht zu relativieren. Oder möchtest du dieses Narrativ hier verbreiten, Caps aka Schwingster?

    • Vor 17 Tagen

      Was ist denn deiner Meinung nach linksradikal, was rechtsradikal?

    • Vor 17 Tagen

      Und plssssss schmeiß mich nicht mit wingo in eine Schublade :(

    • Vor 17 Tagen

      Ich würde den Begriff Extremismus bevorzugen. Auf beiden Seiten des Spektrums ist man bereit den Umsturz eines Systems, das man als repressiv auffasst, mit Gewalt abzuschaffen. Der "Feind" und die bevorzugte Gesellschaftsordnung sind unterschiedlich. So aus der Hüfte raus. Muss jetzt pennen, aber Schwingster antwortet auf Fragen an dich und umgekehrt. Das ist ein wenig schräg. Und Schwingster entschuldigt sich grundsätzlich nie, obwohl er sehr gerne austeilt. Das ist uncool.

    • Vor 17 Tagen

      Ich würde dir grundsätzlich mit der Beschreibung Recht geben (nicht das es zwei entgegengesetzte Seiten auf einem Spektrum sind, das ist Quatsch). Jetzt ist nur die Frage ob Bereitschaft zur Gewalt, by any means necessary, immer wirklich uncool ist. Und mir fallen da einige Fälle ein, wo bereit zu sein zum äußersten Mittel zu greifen schon auch nicht uncool ist, und manchmal vielleicht sogar cool?
      Wessen Gewaltbereitschaft ist hier cool und wessen uncool? https://www.youtube.com/watch?v=mmn0OzQHDo4 ist die gewaltbereitschaft des mutigen Bullen hier nicht sehr feiernswert? Ist bereit zu sein Gewalt einzusetzen nicht in manchen Fällen sehr wichtig und gut für die Menschen?

    • Vor 17 Tagen

      "Nicht jeder Mensch, dessen Meinung nicht mit deiner einhergeht, ist rechts oder reaktionär..."

      Korrekt. Du aber schon, da du dir nicht zu schade bist, den Robin Hood für jeden Rechtsdeppen, der hier aufläuft, zu geben. Dass du dann noch auf die weinerlichen Absturzfantasien der Onkelz stehst, setzt dem noch die Krone auf. Soll ich dir ein paar Heckscheibenaufkleber zusenden?

    • Vor 17 Tagen

      @pedrolino. Ich respektiere deine Meinung, würde sie aber gerne besser einordnen. Ich bitte dich daher um Kinkretisierungen. Wer genau ist "jeder Rechtsdepp"? Auf welchen User beziehst du dich? Inwiefern spiele ich seinen Äußerungen gegenüber Robin Hood? Bitte mit Zitaten. Inwiefern genau ist das Lied, das ich zitiert habe eine Absturzfantasie? Bitte ebenfalls mit Zitaten. Offenbar ist es deiner Meinung nach so, dass ich - da ich besagtes Lied mehr mag als alles von Vincent Weiss - nun eindeutig supporter von rechtsextemem Gedankengut hier bei laut bin. Erkläre mir bitte den Zusammenhang. @Caps Möchtest du sagen, dass Linksextremismus legitimer ist als Rechtsextremismus deiner Meinung nach? Dann schreib es doch bitte explizit so aus. Wer entscheidet über die Legitimität von Gewalt?

    • Vor 17 Tagen

      @Caps. Es ist doch ein Riesenunterschied, ob ein Polizist (wie im Video) und damit letztlich die staatlliche Exekutive von ihrem Gewaltmonopol Gebrauch macht oder eine Privatperson, weil sie den Grund, Gewalt anzuwenden, für "cool" hält.

    • Vor 17 Tagen

      @Caps "Ist bereit zu sein, Gewalt einzusetzen nicht in manchen Fällen sehr wichtig und gut für die Menschen?" Nein, so verlockend das erscheinen mag, ist es mEn in den seltesten Fällen eine demokratische Entscheidung, Gewalt für die Erreichung der eigenen Ziele einzusetzen, sondern in der Regel die einer radikalen Minderheit. Gewaltt erzeugt kurz-, mittel- und langfristig Gegengewalt, die "den Menschen", deren Ziele man sich auf die Fahnen geschrieben hat, gar nichts bringt.

    • Vor 17 Tagen

      @pedrolino. Das waren doch deine Worte von damals: "Mubasi, du bist auch einer dieser Helden aus der "rationalen" Mitte, was ? :lol: Mit welcher Hybris sich diese Gestalten immer rausnehmen, den gesunden Menschenverstand walten zu lassen. :lol:" Nur um das klarzustellen für die Mitleserschaft. Du hast bereits damals in einem anderen Kontext keine Argumente für deiner Ansichten geliefert. Kein einziges. Du tust es auch hier nicht und wirst es vermutlich auch in Zukunft nicht tun. Just sayin.

    • Vor 17 Tagen

      Ich möchte erstmal sagen, dass Bereitschaft Gewalt einzusetzen und manchmal sogar das wirkliche Einsetzen von Gewalt auch gut sein kann. Als nächsten Schritt würde ich dann über die Feinde und die Zielvorstellungen dieser beiden Gruppen sprechen wollen. Dabei würden wir feststellen, dass die einen ganz lieb sind und dass die Zielvorstellung der meisten von denen problemlos mit dem Grundgesetz und vor allem mit Demokratie kompatibel ist, während die anderen… naja… straight up böse Ideen verfolgen.

      Soll nicht heißen ich supporte Krwalltouristen, die sich gerne schwarz kleiden und alles was die so machen, soll safe nicht heißen, dass ich Stalin, Mao oder Paul Potts gut finde, die waren despotische Autokraten und deren Regime sind weiter entfernt von unserem Zielbild als die BRD jetzt. Aber ansonsten klares ja, radikale und extreme politische Positionen aus dem linken Lager sind generell viel besser als die von denen aus dem Rechten Lager. Viel viel besser.

    • Vor 17 Tagen

      Wie würdest du dich selbst politisch einordnen?

    • Vor 17 Tagen

      Ich bin ein Anarchist. Stop! Nein! Das ist nicht Anarchie, was du dir gerade vorstellst, das ist Propaganda. Anarchie ist ein Gegenwort zu Hierarchie und gegen die ist Anarchismus. Abgesehen davon, wo es aus pragmatischen Gründen unvermeidbar oder sehr viel besser ist temporäre hierarchische Strukturen zu haben, abgesehen von sowas sollte kein Mensch über anderen stehen. Und ich glaube, dass das sehr viel Probleme lösen würde, die mich und dich belasten.

      Dann bin ich noch ein Technokrat und Pragmatiker, ich denke wir sollten unseren technischen Fortschritt zum Nutzen aller sinnvoll einsetzen, und nicht Profitinteresse sollte unsere Wirtschaft (also was wir machen) steuern, sondern dieses Ziel, alles möglichst gut für uns, die Kunden, die Verbraucher, die Menschen zu machen.

      Außerdem bin ich auch irgendwie ein Naturschützer, ich will, dass meine Kids keine Klimakatastrophe erleben müssen.

      Letztlich glaube ich vor allem an Zusammenarbeit und Gemeinschaft. Wenn ich das alles zusammenfassen müsste, dann würde ich sagen, ich bin im Team Mensch.

    • Vor 17 Tagen

      Ach ja, ich glaube natürlich an die Selbstbestimmung der Menschen und damit auch an Demokratie, und größtmögliche individuelle Freiheit, Menschenrechte, nicht an Krieg, und bestimmt noch ein paar andere Sachen.

    • Vor 17 Tagen

      Irgendwie mag ich die Menschen auch - und glaube auch an sie. Es macht Spaß mit ihnen ab und an zu interagieren oder sie von der Seitenlinie aus zu beobachten. Dennoch würde ich für mich gerne in Anspruch nehmen, im Team Wiesel zu verbleiben. Ich hoffe, du verstehst das.

    • Vor 17 Tagen

      „Es ist doch ein Riesenunterschied, ob ein Polizist (wie im Video) und damit letztlich die staatlliche Exekutive von ihrem Gewaltmonopol Gebrauch macht oder eine Privatperson, weil sie den Grund, Gewalt anzuwenden, für "cool" hält.“

      „so verlockend das erscheinen mag, ist es mEn in den seltesten Fällen eine demokratische Entscheidung, Gewalt für die Erreichung der eigenen Ziele einzusetzen, sondern in der Regel die einer radikalen Minderheit.“

      Also, erstmal ist bereit zu sein Gewalt einzusetzen nicht das Gleiche wie Gewalt einsetzen. Im Gewaltmonopol des Staates gibt es in Deutschland auch Ausnahmen, insbesondere das Widerstandsrecht, welches auch so etwas wie die L.A. Riots nach der Causa Rodney King umfassen kann, oder die stonewall riots, oder die Aufstände im Freiheitskampf der Inder gegen die Briten oder der Algerier gegen die Franzosen oder Warschauer Ghetto-Bewohner gegen die Deutschen.

      Weiter: Gewalt ist nicht verlockend, Gewalt gilt es zu vermeiden. Manchmal kann es aber durchaus der einzige oder der einzig erfolgversprechende Weg sein. Wie in o.g. Beispielen, oder im Freiheitskampf der Iren gegen die Engländer, oder Gewaltbereitschaft ist das einzig effektive Mittel, siehe Bürgerrechtsbewegung der USA der 60er. Wir sollten keine Gewalt einsetzen um unsere Ziele umzusetzen, aber bereit dazu sein, wenn sich jemand mit Gewalt in den Weg stellt.

    • Vor 17 Tagen

      "Stalin, Mao oder Paul Potts"
      Und keiner merkt's. ;-)

    • Vor 17 Tagen

      Ich verstehe deine Ansichten Capslock, nur glaube ich perslnlich, dass eine Gesellschaft ohne zentrale Autorität nicht funktioniert. Im Kleinen aber vielleicht, wenn du Menschen hast, die sozusagen das gleiche Naturel haben. Was Wirtschaft und Naturschutz angeht, sehe ich es genauso. Gerade aufgrund der unausweichlichen Klimakatastrophe, müssen wir global weg von einer wachstumsorientierten Wirtschaftsform. Ich fürchte allerdings, das das nichts wird, weil die Gegenkräfte viel zu stark sind. Das deprimiert mich superkrass. Wo wir uns nicht einig werden ist die Einschätzung von Linksextrimismus als etwas viel besserem als Rechtsextremismus. Und das hat wirklich absolut überhaupt nichts mit meiner angeblichen Vorliebe für Rechte zu tun, die mir einige hier immer wieder andichten wollen, weil ich ihnen nicht zustimme oder sie für engstirnig halte. Ich lehne Rechts- und Linksextremusmus entschieden ab, weil beide mMn zu schwersten Menschenrechtsverletzungen führen und in beiden Fällen autoritäre Strukturen etabliert werden. Ich kann deinen Gedankengang sehr gut nachvollziehen. Ich habe es auch total gefeiert, als ich hörte, dass eine Dresdner Linksextremistin Faschos verprügelt hat, trotzdem halte ich es für richtig, sie in einem Rechtsstaat zu verurteilen. Über die Länge der Strafe kann man bestimmt streiten (ich bin kein Jurist), aber der Zweck heiligt nicht alle Mittel. Ich möchte ganz sicher nicht in einem rechtsextremen Staat aufwachsen, aber in einem linksextremen auch nicht. Du kannst das kcke finden, aber kannst du mich hier zumindest gedanklich nachvollziehen?

    • Vor 17 Tagen

      Free Lina! Auf diese Form von Extremismus kann ich mich einigen. Wer stellt sich denn sonst effektiv denjenigen in den Weg, die Angst, Falschinformationen und Hass verbreiten?

      kurzes Outing, damit Mubasi nicht so alleine da steht:

      Ein ehemaliger Nachbar, der mir mal beim Umzug geholfen hat, hatte in seinem Transporter eine Onkelz CD laufen und ich habe den Text "ich will Mädchen, Möpse und Millionen, mich soll der Bohlen holen" aufgeschnappt. Ich würde lügen, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich das auf der Fahrt nicht saulustig gefunden hätte.

    • Vor 17 Tagen

      „ Gerade aufgrund der unausweichlichen Klimakatastrophe, müssen wir global weg von einer wachstumsorientierten Wirtschaftsform. Ich fürchte allerdings, das das nichts wird, weil die Gegenkräfte viel zu stark sind.“

      Fühle ich. Meine Hoffnung ist halt, dass die Menschen zusammen die Macht haben was zu drehen.

      „ glaube ich perslnlich, dass eine Gesellschaft ohne zentrale Autorität nicht funktioniert. Im Kleinen aber vielleicht, wenn du Menschen hast, die sozusagen das gleiche Naturel haben.“

      Ich komme auch super mit Menschen klar, die ein anderes Naturell haben in einer hierarchielosen Organisationsstruktur. Jeder braucht halt seine Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Kompetenzen, dann funktioniert das i.d.r.. Das würde alles auch ohne Steuerung von oben so weiter laufen. In manchen Bereichen ist Hierarchie halt schon wichtig für die Umsetzung bestimmter Aufgaben, aber wichtig bei der Implementation dieser Hierarchie ist die Einschränkung auf den Zweck.

      „ Das deprimiert mich superkrass.“

      Fühle ich auch.

      „ Ich lehne Rechts- und Linksextremusmus entschieden ab, weil beide mMn zu schwersten Menschenrechtsverletzungen führen und in beiden Fällen autoritäre Strukturen etabliert werden.“

      Da muss ich entschieden widersprechen. Erstmal: Du magst -extrem als Begriff lieber, ich mag aber mehr -radikal, Ich sehe mich selbst auch als linksradikal, Aber nicht linksextrem. Wir können hier weiter das Wort -extrem nutzen, aber nur wenn wir uns einig sind, dass es dabei um eine politische Denkrichtung geht, die extreme/radikale Ziele verfolgt und bereit ist extreme/radikale Methoden anzuwenden (wenn nötig). Du sagst -extrem führt zu etwas, deiner Meinung nach. Wir reden hier also von einer Ursache-Wirkung-Beziehung. Das ist zu einem gewissen Grad verifizierbar bzw falsifizierbar. Wir können uns extreme Aktionen anschauen und uns Gedanken machen, was deren gesellschaftlichen Folgen waren. Ein gutes Beispiel, weil nur moderat-extrem in den Zielen aber teilweise extrem in den Methoden, ist die Sufragettenbewegung, die sehr gewalttätig war und damit eine offenere, weniger autoritäre Gesellschaft geformt wurde und die Menschenrechtsverletzungen hatten. Ein anderes Beispiel ist die Black Power Bewegung, die Gewaltbereitschaft als Druckmittel genutzt hat und damit einen Teil ihrer Ziele umsetzen konnte, bevor sie durch Gewalt der rechten Gegenseite massiv gebremst wurde. Selbst die französische Revolution mit ihren Rattenschwanz an Gewalt und den damit verbundenen dunklen Seiten hat auch massive Fortschritte für die Menschenrechte gebracht. Überall dort, wo autoritäre Strukturen entstanden sind, Sowjetunion, Nordkorea, Napoleons Frankreich, war das gegen die eigentlichen Ziele der Linken Bewegungen. Anders herum, naja…

    • Vor 17 Tagen

      Alles superinteressant, was du schreibst. Ich muss mich um den Kleinen kümmern, sonst bekomme ich Arschtritte ohne Ende. Heute Abend bin ich wieder da. Nur ganz kurz: ich beziehe mich auf extrem, weil ich mal in einem Essay über den Unterschied zwischen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus gelesen habe, dass man von rechtsradikal bzw. radikal abgekommen ist in der Forschung, weil Extremismus die Gefahr schärfer macht, die davon ausgeht. Keine Ahnung, ob das so stimmt.

    • Vor 17 Tagen

      „Ich möchte ganz sicher nicht in einem rechtsextremen Staat aufwachsen, aber in einem linksextremen auch nicht. Du kannst das kcke finden, aber kannst du mich hier zumindest gedanklich nachvollziehen„

      Es ist kein Extremismus mehr, wenn es normal ist. Wenn die extremen Ziele erreicht sind, die radikalen Ideen umgesetzt, dann ist die Bewegung nicht mehr extrem oder Radikal, dann ist die Bewegung vorbei. Und dann ist die Frage, möchtest du lieber in einer zentralisierten Autokratie mit staatlich sanktionierter Gewalt gegen anders denkenden oder aussehende leben oder in einer freiheitlichen, fairen Gesellschaft mit möglichst wenig Machtdiskrepanzen, und viel Ehrlichkeit und Kooperation und Verständnis?

      Weiter ist halt auch ein ganz wichtiger Punkt: Um radikale Ideen umzusetzen braucht es nicht unbedingt (körperliche) Gewalt (gegen Menschen). Der Mauerfall war auch radikal, aber gewaltlos. Gandhi und seine Anhänger waren auch radikal in ihren Zielen und auch in ihren Methoden, Gewaltlosigkeit (gegen Menschen) wurde zwar von Gandhi gepredigt, aber keineswegs immer befolgt. Wenn wir auf Gewalt gegen Menschen verzichten können, umso besser.

    • Vor 17 Tagen

      Abgesehen von dem Detail, dass ich den Mauerfall nicht für einen revolutionären bzw. radikalen Akt halte, stimme ich hier zu 100% mit Caps überein.
      Props auf jeden Fall auch für eure schöne Diskussionsführung hier, I like! :)

    • Vor 17 Tagen

      Radikal im Rahmen des ostdeutschen Nationalstaates

    • Vor 17 Tagen

      "Ich lehne Rechts- und Linksextremusmus entschieden ab, weil beide mMn zu schwersten Menschenrechtsverletzungen führen und in beiden Fällen autoritäre Strukturen etabliert werden."

      So wie im aktuellen Kapitalismus und seinen Vertretern in den Parlamenten?

    • Vor 16 Tagen

      @Capslock. Ich habe mir darüber Gedanken gemacht, ob bsp. das Civil Rights Movement in den USA ohne Gewaltanwendung Erfolge errungen hätte. Ich würde mal behaupten: Wahrscheinlich nicht. Aber wie willst du das erforschen? Gleiches gilt vermutlich für viele historische Bewegungen, die gegen Repression und Unterdrückung vorgegangen sind. Ich weiß nicht, ob die Analogie Sinn ergibt, aber wenn man überlegt, wie viele Menschen ihr Leben lassen mussten dafür, dass wir hier heute in einer Demokratie leben dürfen, ist das erschütternd. Gleichzeitig frage ich mich, ob das so funkioniert, wie du schreibst: dass, wenn die radikalen Ideen umgesetzt sind, man sozusagen einen Zustand erreicht hätte, der keine notwendige extremen Mittel mehr erfordert (habe ich dich hier richtig verstanden?). Ist es nicht auch so, dass die neuen politischen Gegebenheiten mit Hilfe von Macht oder eben eine Art Gewaltmonopol konsolidiert werden wollen? Ich kriege gerade keinen wirklich roten Faden hin. Deswegen ist das jetzt ne Art stream of consciousness Ding gerade: die Klimakleber zum Beispiel. Ich fand deren Protest richtig. Aber egal, was du dir einfällen lässt, die Mehrheit hat keinen Bock auf Klimawandel oder stellt auf taub. Wenn wir das Klima nun selbst als unterdrückte Minderheit betrachten, muss es sich radikalisieren, damit sich Dinge ändern, sprich Ökoterrorismus wäre nur eine Frage der Zeit. Dann gibt es aber noch einen entscheidenden Unterschied. Rechts- bzw. Linksextremismus sind extreme Varianten von Ideologien, oder nicht. Es geht Neonazis ja nicht um Mitbestimmung oder Teilhabe, sondern um die Errichtung eines faschistischen Staates, 3. Reich reloaded sozusagen. Aber gerade vor diesem Hintergrund ist doch auch Linksextremismus gefährlich. Stalin oder Pol Pot waren ja auch Linke, wenn du so willst. Alle, die dann nicht der ideologischen Idealvorstellung entsprochen haben, wurden ermordert. Wäre die Zukunft von Poitik nicht eine komplette Entideologisierung. Wer braucht den heute noch "christlich" zum Beispiel. Es ist eh super verlogen und ich will pragmatische Lösungen für Probleme, keine dogmatische Kacke. Könnte man nicht besser einfach nur Lösungsprogramme wählen statt Politiker?

    • Vor 16 Tagen

      Morgen ausfürlich, hoffentlich. Hier erstmal: https://www.marktforschung.de/marktforschu…
      Deine ambivalente Einstellung gegenüber der Klimakleber spiegelt sich in der Bevölkerung wieder. Wichtiger noch, die Mehrheit scheint mit uns auf einer Seite zu sein was Klimawandel betrifft.

    • Vor 16 Tagen

      Dieser Kommentar wurde vor 16 Tagen durch den Autor entfernt.

    • Vor 16 Tagen

      Ja, die Umfragen zum Thema ergeben eigentlich immer das gleiche Bild. Eine deutliche Mehrheit ist für Klimaschutzmaßnahmen, aber schätzt gleicbzeitig die Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen in der allgemeinen Bevölkerung als deutlich geringer ein, als sie ist. Industrielobbyismus und Medienmaschinerie sei dank.

    • Vor 16 Tagen

      ja bruder das ist gleiche wie impf pflicht meiste sind dafür aber nazis nicht

    • Vor 16 Tagen

      Ich denke, bezüglich Medienkompetenz ist noch viel zu tun bei uns. Vielleicht sollten wir dieses Problem erst mal angehen, zum Beispiel auch in der Frühprägung bzw. in den Kindergärten schon. Danach können wir dann die Klimakrise von Grund auf angehen und auch so Sachen wie die soziale Frage am Ende. Vielleicht spielen dann am Ende auch die Banken mit.

    • Vor 16 Tagen

      Ich drehe das mal nen bisschen zurück. Die ursprüngliche Frage war doch, ob es legitim und effizient ist, politische Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Und dabei sind wir auf die Klimakleber oder -aktivisten gekommen. Laut link von capslock findet eine Mehrheit es wichtig und richtig, auf das Thema Klimawandel und anstehender Kollaps aufmerksam zu machen, gleichzeitig ist diese Mehrheit mit der Form des Protests, eine Art ziviler Ungehorsam oder die Erregung öffentlichen Ärgernisses (so stufe ich persönlich die Proteste als juristischer Laie ein), jedoch nicht einverstanden. Super, dass ihr für awareness sorgt, aber dabei darf niemand zu Schaden kommen, so könnte man die ambivalente Haltung der Mehrheit zu den Klinaklebern zusammenfassen. Jetzt war meine letzte Frage folgende: ist es nicht unausweichlich, dass sich die Aktivisten radikalisieren bzw. zu Extremisten werden, um ihre Ziele, sprich die Verankerung von nachhaltiger Klimapolitik in der BRD zu erreichen? Capslock hat ja eine ganze Reihe von historischen Protestbewegungen aufgeführt, die letztlich alle auf Gewalt zzrückgegriffen haben oder mussten, um ihre Ziele zu erreichen. Ist es also eine Art historische Notwendigkeit, dass auf kurz oder lang Ökoterrorismus entsteht? Anders ausgedrückt: alle friedlichen Protestformen, die du als Aktivist gewählt hast, werden letztlich immer nur belächelt. Danach wird weiter voll auf quantitatives Wirtschaftswachstum gesetzt, obwohl jeder (der sich damit beschäftigt) genau weiß, dass die Ausrichtung der Volkswirtschaften auf ein rein quantitatives Wirtschaftswachstum unweigerlich zu einer globalen Katastrophe führen wird. Ausgangspunkt des Ganzen war die Frage ob Linksextremismus "besser" ist als Rechtsextremismus.

  • Vor 19 Tagen

    Als gelernter Germanist muss ich die Frage stellen: Wo ist das Fragezeichen?

    • Vor 19 Tagen

      Das Weglassen des Satzzeichens am Ende impliziert eine quasi-Ambiguität, zwischen Frage, Floskel und künsterlicher Darbietung eines Nonsens-Ausdrucks, den man getrost komplett weglassen und die Frage durch einen tiefen Blick in die Augen ersetzen könnte. Gegebenenfalls könnte man das "nur" Weglassens des Satzzeichens als männliche Zerissenheit deuten, im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht, eine Art Führungsrolle zu übernehmen, indem man den Anspruch hegt, darüber bestimmen zu können - auch implizit - ob die Andere denn Zeit hat. Die Zerissenheit wird demnach durch nur die Hälfte des Weglassens des ganzen Albumnamens untermalt. Das wohl einzig deepe an dem Album, und wahrscheinlich eher intuitiv. Meine Frage wäre dann letztendlich: hast du gepennt im Studium?

    • Vor 18 Tagen

      Kurios: Durch das geschickte Weglassen des Fragezeichens hat Vincent deine Frage geradezu provoziert. Er hat sein Ziel erreicht und ist in aller Munde.

    • Vor 18 Tagen

      "Er hat sein Ziel erreicht und ist in aller Munde."

      Wie 1 Kantinen-Köchin...
      (scnr)

    • Vor 19 Tagen

      Es ist schwer zu glauben, aber es gibt tatsächlich Leute, die das nicht nur hören, sondern die das auch irgendwie "deep" finden, und sich und ihr Leben darin wiederfinden.

    • Vor 19 Tagen

      Ab jo, ist doch echt'n alter Hut mittlerweile...

    • Vor 19 Tagen

      Jan Böhmermann offenbar

    • Vor 19 Tagen

      ja deutsche oft sind dumm und haben sehr schlechte geschmakk ganze welt weis das aber wenn bald kommen mehr brüder dann wir werden zusammen ruder um reissen

    • Vor 18 Tagen

      Ist legitime Musik. Nicht besser oder schlechter als das, das wir so hören.

    • Vor 18 Tagen

      Also gibt es gute oder schlechte Musik eigentlich gar nicht?

    • Vor 18 Tagen

      Ist alles subjektiv. Ich weiß, jeder hier auf laut feiert z.B. die Amigos sehr hart, mir geben die aber nicht so viel vom Gefühl her. Die verstehen ihr Handwerk, der Vincent wohl auch, aber der eine wird von den Vibes abgeholt, die andere nicht. So ist das nun mal. Andere wiederum hören Onkelz und/oder Freiwild, die mir bei instantly Ohrenkoller auslösen. Aber hey, was regen wir uns auf? Also ich habe vielleicht auch altersbedingt einfach keine Power mehr, mich über gute und schlechte Musik oder whatever zu echauffieren. Ich höre die Musik, lese die Bücher, die in mir etwas anrühren (wie 1 Köchin). Macht euch nicht so viel Stress.

    • Vor 18 Tagen

      Gibt es da vielleicht video footage von, wie 1 Köchin IN dir etwas anrührt? Frage für'n Freund...

  • Vor 17 Tagen

    Dieser Kommentar wurde wegen eines Verstoßes gegen die Hausordnung durch einen laut.de-Moderator entfernt.

    • Vor 17 Tagen

      @Dr_Mubasi: Hier siehst du, was dabei rauskommt, wenn man zuviel Böhse Onkelz hört.

    • Vor 17 Tagen

      Hey Mods, könnt ihr diesen Spinner nicht mal rauswerfen? :rolleyes:

    • Vor 17 Tagen

      EILMELDUNG: 6-stufiges Bankennetzwerk gerade zusammengebrochen – Neues System leitet Liquidität nun ohne menschliches Zutun um.

      Bestätigt in den letzten 3 Stunden (Live Operator Relay + SCIF Telemetrie Briefing):

      – Das Stufe 2-3 Netzwerk der Geschäftsbanken in der EU-Zentrale brach um 14:44 Uhr Zulu zusammen. 119 Banken markierten stillschweigend „FROZEN | REPLACEMENT SCHEDULED” (eingefroren | Ersatz vorgesehen) in grenzüberschreitenden ISO Linien Protokollen. Frankreich, Deutschland und Österreich sind am stärksten betroffen.

      – Die Quantum Protokoll Ebener 7 startete ein autonomes Umleitungsskript, umging SWIFT und leitete den Fluss in QFS-native Liquiditätskorridore um. Interner Tag lautet: AUTO-ALIGNED-NODE: LUX/NL/ROME.

      – 3 mobile Militärstabilisierungsteams wurden von der NATO Einrichtung Black Rock (Knotenpunkt Kanarische Inseln) aus eingesetzt und traten in die Phase Theta-M ein, eine Operation, die normalerweise für Szenarien nach einem Zusammenbruch reserviert ist. Dies sind keine Übungen.

      – Über 7.200 private Vermögens-Wallets mit der Kennzeichnung STOR-X3 wurden stillschweigend mit Stabilisierungsmitteln ausgestattet, die an staatliche Vermögenscodes gebunden sind. Die Empfänger berichten von „behobenen Anomalien” und Saldoveränderungen ohne Erklärung.

      – Durchgesickerte abgefangene Satelliten Einzelbild (von Global Gitter Operationen, Zeitstempel 15:26 Zulu) zeigt, dass zivile Bankkommandoserver von Zugangsknoten aus der Umlaufbahn heraus ferngesteuert abgeschaltet wurden – dies ist der erste bestätigte Einsatz einer orbitalen Intervention zur Deaktivierung des alten Finanzsystems.

      Interner Kommunikationsstreifen (verschlüsselt, entschlüsselt um 15:43 Uhr):

      „Status: Off-Ledger Tresore neutralisiert.

      Übersteuerung über Omega-Knoten bestätigt.

      Interventionen der Kabale an Layer-4 Firewall blockiert.

      KI-Impuls sauber. Keine Malware.

      Führe Theta-Nova Wiederherstellungs-Sweep aus.”

      Das alte Bankwesen ist einfach so gestorben – ohne Ankündigung, ohne Pressemitteilung.

    • Vor 16 Tagen

      Aber in welche Kryptowährung soll ich mein Geld denn jetzt investieren bevor es zu spät ist? :mad,:

    • Vor 16 Tagen

      Du musst die Assets gemäß dem DODEKAHEDRON-PROTOKOLL in geheimen peruanischen Wallets transferieren, wo sie auf Mondservern mittels spezieler Bezierkurven in deren Algorithmen akkumulieren. In Fonds mehrmals gewendet, wird am Tag X des Event Horizon der Mainframe der schwedischen Zentralbank gehackt, worauf zuvor gewettet wurde, logisch. Im Endeffekt haste so ca. 400.000 Tetra-Yen gespart.

    • Vor 16 Tagen

      Daher hat der autistisch anmutende Anzeigenhauptmeister in einem Interview bekräftigt, sein Geld einfach ungeachtet aller potentiellen Zinserträge auf der Bank liegen zu lassen. Ich vermute mal, die Begründung lautet letztendlich für ihn irgendwas mit "mir doch scheiß egal, ich sterbe doch eh' irgendwann, so habe ich es immer bei mir. Zur Not geb' ich es aus." Ich mag Autisten. Von denen kann man viel lernen. :D...