laut.de-Kritik
Der erste Metal-Paukenschlag des Jahres.
Review von Kai ButterweckDas neue Jahr steckt noch in den Kinderschuhen, da fällt mit dem neuen Album aus dem Hause Alter Bridge bereits das erste musikalische Schwergewicht mit der Tür ins Haus. Im Frühjahr 2025 schlossen sich die Herren Tremonti, Kennedy und Co. zwei Monate lang im legendären 5150 Studio in Kalifornien ein und und tüftelten zusammen mit ihrem langjährigen Produzenten Michael Baskett an ihrem achten Studiowerk. Herausgekommen ist ein brachialer Gegenentwurf zum luftig lockeren "Summer of '99"-Vibe, der in den vergangenen zwei Jahren durch nahezu alle Arenen zwischen New York und Los Angeles wehte.
Wie bereits vor drei Jahren mit "Pawns & Kings" legt man auch diesmal wieder viel Wert auf rifflastige Härte und komplexes Songwriting. Mit einem abgedämpften Gitarrenthema, das auch wunderbar in die "72 Seasons"-Session reingepasst hätte, zündet die Band gleich zu Beginn ein wahres Metal-Feuerwerk. Dabei fasst der stimmungsvolle Opener so ziemlich alles zusammen, was die Combo um Ausnahmegitarrist Mark Tremonti und Stimmwunder Myles Kennedy in den letzten zwei Jahrzehnten so groß werden ließ.
Mit einem wuchtigen Sound perfekt in Szene gesetzt, balancieren die Musiker kompromisslose Härte und nachhaltige Emotionen perfekt aus. Eine knappe Viertelstunde toben sich alle Verantwortlichen so richtig aus, ehe das atmosphärische "Trust In Me" etwas Druck rausnimmt und zeigt, dass sich Alter Bridge in punkto Songwriting und Sounddichte auch immer mal wieder gerne von der schwermütigen Aura der Grunge-Zeit inspirieren lassen.
Das düster startende "Tested And Able" fungiert als dickes Hit-Ausrufezeichen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Mark Tremonti und Myles Kennedy gegenseitig ergänzen und zu Höchstleistungen anstacheln. Mittlerweile glänzt auch der Erstgenannte gesanglich. Im hymnenhaften Refrain teilt man sich dann das Mikrofon und sorgt damit bei allen Fans für erhöhten Puls. Fünf krachige Minuten später ("What Lies Within") legen Alter Bridge mit der kraftvollen Powerballade "Hang By A Thread" nach. Wer vergangene Perlen wie "Broken Wings", "In Loving Memory" oder "Watch Over You" in sein Herz geschlossen hat, dem wird auch "Hang By A Thread" ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern.
Für Freunde der härteren Gangart zieht die Band mit dem vertrackt wummernden "Playing Aces" noch einen weiteren Trumpf aus dem Ärmel, ehe "Alter Bridge" mit dem neunminütigen Meisterwerk "Slave To Master" in die Zielgerade einbiegt. Das selbstbetitelte achte Studioalbum endet wie es begann: mit einem musikalischen Fingerzeig. Mal schauen, wie viele ähnlich gestrickte Bands da in den kommenden Monaten mithalten können.


9 Kommentare mit 18 Antworten
Unpopular Opinion: Alter Bridge sind Nickelback mit anderem Sänger. Die Balladen immer schmonzig, die fetten Songs immer mit Radiorefrain, beides für mich irgendwie wie Ofenkartoffeln mit Quark...
Stimme zu.
metalingus ist wahrscheinlich der beste (wwe)entrance song, den eine tatsächliche band geschrieben hat...
Kartoffeln mit Quark beste, ma sagen.
Gleiche Sportart, aber andere Liga: Myles Kennedy und Mark Tremonti sind um Längen besser als Chad Kroeger und Kollegen.
Widerspreche ich nicht. Aber musikalische Fähigkeiten sagen ja nich unbedingt was über die Qualität der Musik aus. Und da is AB einfach typischer Ami-Stadionmetal und perfekt als Soundtrack für "Männerdokus" über Trucker, Motorradfahrer oder Grill Tester...
Ich glaube der Take das Alter Bridge aus dieser ganzen Post-Grunge-Suppe immerhin die talentiertesten Musiker sind während das Songwriting trotzdem mies ist, ist jetzt nicht sooooo weit aus dem Fenster gelehnt.
Sehe ich auch so. Bei mir schläft alles ein wenn AB läuft. In der Redaktion hat aber jemand ne Schwäche für die Band.
Das heißt, wenn du mal wieder deinen israelbezogenen Antisemitismus hier vom Stapel lässt ist AB 'ne gute Abwehr, Ragi? :]
Ich Antisemit? Dann schreib ich das direkt mit auf die Liste, gleich hinter "Elektrischer Handtuchhalter", Biberdompteur und Käse-Enthobler
beiß.
Seht her, es ist Alter Bridge, gleich neben seinem Sidekick Junge Tunnel!
Ich musste zwar nicht lachen, aber ich fand es gut, als ich den gecheckt habe.
Seht, es ist Alter Bridge, gleich neben seinem Sidekick Wallah Canasta!
Der hat noch länger gebraucht aber war auch besser
Ich verneige mich
...
Musik für Tobias Regner
Kai Butterwerk, das war ja mal ein Schuss in den Ofen oder? Der Metal Paukenschlag ist das sicher nicht und deine Review offensichtich ein Epic Fail.. Schau mal, die User geben gesammelt einen Stern.. #löschDich
Amen!
Die Redaktion löscht sich selbst? Ich glaub der Ball geht zurück an dich.
Ach du Schreck, 4 Sterne.... Naja Power down ist ja ganz nett, den Rest habe ich schon 1000 mal besser gehört. Ein komplett belangloses Album das mich persönlich mehr nervt als begeistert.
Fazit: 2,5/Sternen...habe ich nächste Woche wieder vergessen