laut.de-Kritik
Nihilistische Hoffnungslosigkeit deluxe.
Review von Emil Dröll"Never change a running system" könnte Lamb Of Gods zweiter Vorname sein. Enttäuschungen durch ein neues Album? Fehlanzeige, auch "Into Oblivion" macht da keine Ausnahme. Schon der Titeltrack zeigt: Die Amerikaner wissen nach wie vor, wie man Inter-Metal-Genres souverän zusammenwürfelt. Vollgeladen, dicht, aggressiv und doch nie überproduziert. Randy Blythe presst seine nihilistischen Vocals förmlich aus sich heraus, während die Band drumherum Groove, Thrash und Core kombiniert. Wie Lamb Of God Death Metal-Strukturen so elegant in Kopfnicker-Riffs überführen, bleibt eines ihrer kleinen Geheimnisse.
"Parasocial Christ" hingegen knallt dann wieder gnadenlos durchs Set: weniger Groove, mehr Thrash, und nihilistische Hoffnungslosigkeit deluxe. Chaos, Angst, politische Korruption, Tod, aber auch ein Funken Widerstand glimmt zwischen den Gitarren. "Sepsis" glänzt mit treibenden Drums und Basslinien, die den Song schwer und kompakt machen. "The Killing Floor" beginnt etwas generisch, bricht den Makel aber mit instrumentalen Zwischenspielen und einem Tempowechsel in der zweiten Hälfte souverän auf.
"El Vacio" überrascht als ruhiger Track: Gojira-artige Melancholie prägt den Einstieg, bevor es ausbricht. Selbst dann bleibt die Melodie bestehen, ehe der Song wieder in ruhigere Gefilde zurückkehrt. Ein Highlight der anderen Art.
"St. Catherines Wheel" startet reduziert mit Drums und Gitarre, tastet sich vorsichtig zurück in den Groove. Zwischendurch immer wieder Ruhepunkte, ehe das Chaos zurückkehrt, Lamb Of God in Bestform. "Blunt Force Blues" liefert das altbewährte Blaupausenmaterial, "Bully" drischt ungebremst weiter.
"A Thousand Years" zeigt, warum Lamb Of God noch immer Meister des Storytellings sind: Cowbell, wechselnde Riffs, erzählerische Shouts, Spannung von Anfang bis Ende. Mit "Devise Destroy" endet das Album ohne Experimente, aber mit der gewohnt gnadenlosen Härte.
Lamb of God liefern erneut ein Album, das genau das macht, was sie am besten können: Metal, der ballert, groovt und knallt, ohne dass man das Gefühl bekommt, die Band wiederholt sich. "Into Oblivion" lebt vom bewährten Rezept, das die Band groß gemacht hat, plus genug interne Varianz, um spannend zu bleiben.


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