laut.de-Kritik

Nach tollem Start scheitert Duda an der Schlusshürde.

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Ursprünglich war das Lunatic Soul-Stück "Transition II" 2020 Bonustrack der limitierten Fan-Edition von "Through Shaded Woods", mit fast 28 Minuten aber zu lang, um es auf Vinyl zu pressen. Daher hat es Mariusz Duda für die nun erscheinende, gleichnamige Veröffentlichung auf schallplattentaugliche 23 Minuten gekürzt.

Zudem hört man neben den Titelsong die restlichen beiden Bonustracks neu abgemischt und mit "Realm Of The Weeping Willows" findet man sogar ein neues Stück, das schon während der Sessions zum 2020er-Album erste Gestalt annahm. Fertiggestellt hat der Sänger und Komponist, der kürzlich nach internen Spannungen seinen Ausstieg bei Riverside und somit das Aus für die Band bekannt gab, die Nummer aber erst in diesem Jahr.

Die geht zu Beginn treibend folkloristisch nach vorne. Ab der Mitte setzt Duda jedoch mehr auf akustische Gitarrenklänge und ruhigen Klargesang, so dass es an Abwechslung nicht mangelt. Zum Schluss gleitet der Track mit melancholischen Saiten- und Pianotönen sowie einer sphärischen Melodie ins Atmosphärische ab. Jedenfalls knüpft die Nummer nahtlos an das restliche Material an.

"Hylophobia" verbindet rockige Gitarrenklänge und epische Orgelsounds mit tanzbarem Folk. Ebenso rhythmisch gestaltet sich "Vyraj", das mit slawisch beeinflussten Tönen sowie dem Wechsel aus Klar- und beschwörendem Flüstergesang hypnotische Qualitäten entfaltet. Bis dahin hat man es mit einer äußerst gelungenen Platte zu tun. Leider steht und fällt die Scheibe mit dem Titelsong und der steht sinnbildlich für so manches, was im modernen Prog falsch läuft.

Zunächst überzeugt das Stück mit seinem luftigen, ambienten Aufbau. Jegliche Spannung verfliegt allerdings, wenn kurz vor der vierten Minute abrupt tanzbarere Töne einsetzen. Danach streift Duda zwar verschiedene Genres wie Space Rock und Ambient Folk ab. Dennoch wirkt die Nummer wie eine Aneinanderreihung von Ideen, aus denen man mehrere verschiedene Einzeltracks hätte machen können. Etwas Greifbares oder gar einen roten Faden sucht man dabei vergebens, auch wenn die akustisch geprägten, wunderschönen Melodien ab der fünfzehnten Minute wieder kurzzeitig aufhorchen lassen. Schade, dass Mariusz Duda nach vielversprechendem Beginn ausgerechnet an der Schlusshürde scheitert.

Der sieht "Transition II" irgendwo "an der Schnittstelle zwischen dem Alten und dem Neuen", so dass man dennoch gespannt sein kann, wie die weitere Entwicklung von Lunatic Soul verläuft. Am Ende dürften jedoch nur die treuesten Fans mit der Veröffentlichung auf ihre Kosten kommen.

Trackliste

  1. 1. Realm Of The Weeping Willows
  2. 2. Hylophobia
  3. 3. Vyraj
  4. 4. Transition II

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