laut.de-Kritik
Gute Musik und gute Party: hier kommen sie zusammen.
Review von Daniel StraubDie 65. Veröffentlichung des Elektro-Labels Shitkatapult erscheint dieser Tage. Mit der Mix-Compilation "Dirty Floor" betreten die Berliner Neuland. Eigens dafür stellte sich Peter Grummich, ein Urgestein der Szene, an Plattenspieler und Mischpult. Kürzlich erst mit seinem Album "Switch Off The Soap Opera" im Gespräch gewesen, wirft er auf "Dirty Floor" seine 20 Jahre DJ-Erfahrung in die Waagschale. Mit 16 knackigen Tracks erzählt Grummich, warum der Berliner Club Maria zu den Toplocations der Hauptstadt zählt.
1998 eröffnet, entwickelte sich die Maria dank ihres ambitionierten Konzepts schnell zum Gesprächsthema in der Berliner Szene. Deutlich in der Tradition des Punk stehend und als kreativer Treffpunkt inszeniert, legt sich die Maria bewusst quer. Die ursprünglich als Antithese zur Love Parade ins Leben gerufene Shitparade bringt den derben Charme der Maria auf den Punkt. Klar, dass sich dieser musikalisch am besten von einem Discjockey mit langjähriger Lebens- und Berufserfahrung einfangen lässt.
Mit Peter Grummich, der in der Vergangenheit mit zahlreichen Releases auf Sender, Ghostly oder Kompakt präsent war, hat sich einer der dienstältesten Techno-DJs an die Turntables gestellt. 16 Stücke lang zeigt er, dass man in der Maria nicht nur ein sorgfältig ausgewähltes Live-Programm erleben kann, sondern auch richtig zu feiern weiß. Reduzierter Tech-House lautet Grummichs Rezept für den Tanzflächenbetrieb.
Zu Beginn mit Ark und Audion noch sehr eckig und kantig, schwingt sich der Mix mit dem knarzigen "Swamp Thing" von Justin Martin und Sammy D in luftige Höhen und landet bei Wekans Acid-Groover "Skid". Minimalistisch-spärisches Klangdesign - unter anderem vom Ghostly-Kollegen James T. Cotton - sorgen im Anschluss für eine zielsichere Landung.
Mit seinem druckvollen Mix macht Grummich "Dirty Floor" zu einer kurzweiligen Hommage an die Maria und beschert Shitkatapult ein gelungenes CD-Debüt. Somit dürfte auch mit dem alten Vorurteil endgültig aufgeräumt sein, dass man in der Maria zwar gut Musik hören, aber nicht richtig feiern könne.
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