laut.de-Kritik
Karaoke-Rock-Nacht im australischen Pub.
Review von Kerstin KratochwillIn den 2010er war Neo-Psychedelia das Ding der Indie-Stunde, und Acts wie Tame Impala gaben den flirrenden Ton an. Wie diese stammen auch Pond aus Perth. Ursprünglich rekrutierten sich aus dem Tame Impala-Tourgitarristen Nick Allbrook und deren Drummer Jay Watson.
Ihre Besetzung ist allerdings ebenso fluide wie ihr Sound, der zwischen Alternative-Prog und Retro-Rock wabert. Auf dem mittlerweile elften Album verschieben sie nun die Koordinaten ihres Klangbild: "Terrestrials" erscheint auf ihrem frisch gegründeten eigenen Label Mangovision. Die Frucht hat es ihnen wohl besonders angetan, hieß doch das Debüt aus dem Jahr 2009 "Psychedelic Mango".
Auch wenn das sehr hippiehaft klingt, unterwarfen sich Pond bei den Aufnahmen eigenen klar aufgestellten Regeln: kein Fuzz‑Pedal, keine Balladen, kein "Pink Floyd‑Shit". Dafür orientiert sich die Band an Acts wie Sisters Of Mercy oder Magazine, deren Gothrock-Sound sie mit einer 80er-Jahre-Australien-Ästhetik verbinden wollte.
Erdverbunden sollte "Terrestrials" klingen, und das tut es mit seinen direkten Gitarren, treibenden Rhythmen, wummernder Basslastigkeit und straighten Drums, rohen Post-Punk-Anleihen, opulenten New Wave-Melodien, einer High-Energy-Garage- wie Glam-Attitüde zugleich und jede Menge Vintage-Vibes.
Die Songs klingen regelrecht wie frisch aus dem Proberaum heraus, landen von dort schließlich in einem australischen Pub und laden dort zum biergetränkten Karaoke ein. Auch wenn sie wie "Goths im Pub" klingen wollten, hört man in den Tracks öfter Bands wie Queen, Rush, XTC oder frühe Genesis durch: Siebziger Prog-Rock trifft Achtziger-Synth-Wave.
Der wilde wie weirde Mix passt zum Pond-Kosmos, auch wenn die Musiker diesmal lieber Landtiere sein wollen. Allerdings solche, die weite Sprünge machen und in ihrem Beutel jede Menge Musikgenres gehortet haben.


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