laut.de-Kritik
Labeleinstand mit großer Hitdichte und klarer Haltung.
Review von Toni HennigVersengold mauserten sich vom Geheimtipp in Mittelalter- und LARP (Live Action Role Playing)-Kreisen zum Dauergast in Wacken und blicken auf mehr als zwanzig Jahre Karriere zurück. Nun erscheint mit "Eingenordet", das thematisch überwiegend um den Norden kreist, ihr erstes Album auf dem eigenen Label Küstenkind Records.
Schon der treibende Opener "Der Tag Mag Kommen" verbreitet eine positive Grundstimmung und legt die Fährte für den weiteren Verlauf. "Klabauterfrau" sorgt mit tanzbaren Klängen und klamaukigen Lyrics für bestes Kneipenflair, ohne in Feuerschwanz-Peinlichkeiten zu verfallen. "Falscher Leuchtturm" mit Madsen stellt ein rockiges Bekenntnis für "Freiheit" und Demokratie dar, während das radiotaugliche Titelstück, das mit einem leichten Augenzwinkern daherkommt, Gemeinschaft und Zusammenhalt schafft. Bierselige Partystimmung steht wieder in "Dans Op De Deel", das plattdeutsche Töne bereithält, auf dem Programm.
Melancholischere Sounds schlagen die Norddeutschen in "Krug Voll Mondenschein" an, das die Endlichkeit thematisiert, aber eine versöhnliche Botschaft bereithält. "Die Halbe Welt" handelt von der verwandtschaftlichen Verbindung aller Menschen zueinander und hat etwas schlagereskere Klänge zu bieten. "Ein Neuer Morgen" fischt in hymnischen Die Toten Hosen-Gewässern. Mit "Theaterliebe" und dem punkig rotzigen "Klopapier" kommen auch humorvolle Töne nicht zu kurz.
"Die Gonger Kommen" basiert auf einer nordfriesischen Sage über Geister oder Wiedergänger, die sich in der Nacht zu ihren Liebsten in die Betten legen, da sie keine Ruhe im Grab finden, und wartet eher mit folkigen Midtempo-Sounds auf. "Erde" erweist sich ebenfalls als recht folkig, bringt aber wieder etwas mehr Zuversicht. "Zwei Raben", das Querverweise auf die nordische Mythologie besitzt, erzählt von Freiheit und von unzertrennlicher Liebe und bildet einen ruhigen, nachdenklichen Abschluss.
Versengold legen mit "Eingenordet" eine recht runde und abwechslungsreiche Platte hin, die von einer großen Hitdichte lebt und in düsteren Zeiten für etwas mehr gute Laune sorgt, ohne dass die Band dabei ihre klare Haltung aufgibt. Egal, ob man die melancholische, trinkselige oder kommerziellere Seite der Norddeutschen mag: Diesmal dürfte absolut jeder Fan bedient sein. Zudem bekommen Anhänger mit dem Kauf der streng limitierten Fanbox auch so einige interessante Extras wie ein Making-Of und ein Logbuch mit Einblicken in die Album-Entstehung geboten.


2 Kommentare
die klare Haltung fand ich entscheident
Ich liebe diesen Album und ich bin Stolz ein Nordlicht zu sein!!! Man kann diese Songs nur feiern. Danke dafür und das Album ist schon auf dem Weg zu mir. Macht weiter so. Ich liebe Eure Musik!