laut.de-Kritik
Schwereloser Soul mit spirituellem Anstrich.
Review von Kerstin KratochwillGeboren im Jahr 2000 als Tochter der berühmten Eltern Will Smith und Jada Pinkett-Smith gilt Willow Camille Reign Smith wohl als so genanntes Nepo-Baby und ist hierzulande als Musikerin nahezu unbekannt. Dabei ist sie zweifach Grammy nominiert und hat bereits acht (!) Alben veröffentlicht, "The Thread" ist nach "Petal Rock Black" bereits das zweite in diesem Jahr. Dazu hatte sie auf dem aktuellen Thundercat-Release "Distracted" einen Gastauftritt im sanft-wogenden spirituellen Soulstück "ThunderWave", das einen mit Wellen der Liebe überschüttet.
Und auch ihr eigenes Album "The Thread" steht im Zeichen von Sinnlichkeit und Spiritismus, musikalisch in federnden und funkelnden Neo-R'n'B mit sanften Jazz-Infusionen und Sade-glitzerndem Soul gegossen. Schon der Opener "She's My Religion" zieht einen in diese hypnotische und hymnische Welt Willows, in der sie Songs wie Luftschlösser baut, bewohnt von so emotionalen wie experimentellen Musikerinnen und Musikern.
Das Spannungsfeld Gefühl versus Gefahr lotete die Sängerin und Schauspielerin (ja, auch das hat sie bereits mit sechs Jahren hinter sich, seitdem sie im Film "I Am Legend" zum ersten Mal vor die Kamera trat) in ihrer Musikkarriere genüsslich aus, vom Pop hin zum Punkrock mit dem Feature-Album "Lately I Feel Everything" mit Blink 182-Mitglied Travis Barker und Sängerin Avril Lavigne über Jazziges und Prog-Rock auf dem 2024er Werk "Empathogen". Nun auf "The Thread" scheint sie ihre Rastlosigkeit kanalisiert zu haben und findet eine Ruhe, die die Songs fokussiert und funkelnd klingen lassen.
Warme Bassläufe, akustische Gitarren und sanfte Percussions lassen die subtilen Tracks geradezu schwebend und schwerelos klingen. Und gerade der Mut, Stille in Songs einkehren zu lassen, anstatt überbordernde Spielereien einzubauen, macht "The Thread" zu einem echten Experiment.


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