laut.de-Kritik
Die Londoner wollen es offenbar allen recht machen.
Review von Gregory BritschOch, die Basement Jaxx. Da war doch was. Richtig, 1998 schlug das quietschfidele "Red Alert" Alarm und blieb bis dato nachhaltig in Erinnerung. Danach ließen sich Simon Ratcliffe und Felix Bunton bedauerlicherweise zu keinen nennenswerten Geistesblitzen mehr hinreißen. Daran änderte auch die durchaus passable Single "Where's Your Head At" nichts.
Die Jaxx sind wohl das, was man landläufig unter klassischem UK-Dance versteht. Musik mit der großen Geste, unmissverständlich, gerne auch mal platt, der auch eine eher glatte Oberfläche nichts anzuhaben scheint. Zuhause, im Vereinigten Königreich, räumten sie mit vier Studioalben ab, inklusive Platzierungen unter den Top 5 in den Charts. Wohl nicht umsonst gaben die Basement Jaxx im Sommer 2006 die Einheizer im Vorprogramm von Robbie Williams.
Eine Rolle, die sie mehr oder minder perfekt beherrschen. Da macht auch ihr neuestes Werk "Crazy Itch Radio" keinerlei Ausnahme. Es spinnt das bewährte Erfolgsrezept von "Rooty" bzw. "Kish Kash" konsequent weiter. Bunton und Ratcliffe haben es gut gemeint mit ihrem Album: reichlich Einsatz bekommen Streicher und Bläser, ein paar nette Raps und ein munter klimperndes House-Piano, sogar ein Banjo verschafft sich Gehör.
Neben Funk und Swing fließen für Basement Jaxx-Verhältnisse eher unkonventionelle Sounds mit ein, die fraglos ihren Ursprung auf dem Balkan haben dürften. Für "Take Me Back To Your House" leihen sie sich obendrein frech den Basslauf des Klassikers "Hit The Road Jack". Nötig hätten sie dies eigentlich nicht. Zu guter Letzt noch ein paar schmissige Dance-Beats drunter, fertig.
Eingängig und stimmungsvoll im wahrsten Sinne des Wortes, inklusive Schmachten und jeder Menge Tralala, trieft dann auch schon mal angeschmalzter Kitsch aus den Boxen. Die Jaxx wollen es offenbar allen recht machen, der massenkompatible Dance-Pop von "Crazy Itch Radio" sprudelt geradezu über vor vielerlei Sounds und Ideen, zeigt sich aber ohne jegliche Ecken und Kanten recht glatt gebügelt und wirkt zudem völlig überladen. Die Kundschaft von Robbie Williams mag das womöglich goutieren, mir ist es zu beliebig.
1 Kommentar
Freue mich aufs neue Album
Scars hoffentlich mal Old Skool Dance Music