laut.de-Kritik
Mit coolen Grooves aus dem Schatten der Vorbilder.
Review von Michael Edele"Grob kann man sagen, dass sich Freunde von Mnemic, Scarve, Darkane und Pain/Hypocrisy 'The Inside' auf jeden Fall mal zu Gemüte führen sollten." Wahnsinn, ich wusste gar nicht, dass ich dermaßen zitierfähig bin, aber wenn Destinity auf "XI Reasons To See" weitgehend ähnlich wie auf ihrem Vorgänger zu Werke gehen - warum auch nicht?
Die Franzosen scheinen ihren Sound in der Schnittmenge der oben genannten Bands gefunden zu haben. Während Mnemic auf "Sons Of The System" den 4/4-Takt für sich entdeckt haben, gehen Destinity durchgehend straight zur Sache. Allerdings bedienen sie sich immer noch eines gehobenen Tempos und technischer Finesse, was sie immer mehr in die Ecke von Darkane rückt.
Nach wie vor wissen Destinity, wie man einen guten Schuss Melodien in die Songs baut. Dabei schielen sie trotzdem nicht, wie das bei manch skandinavischen Kollegen mittlerweile der Fall ist, zu sehr auf den Mainstream. Musikalisch und vor allem gesanglich erinnern "To Touch The Ground" und das im Midtempo angesiedelte "Rule Of The Rope" an die Peter Tägtgren-Spielwiesen Pain und Hypocrisy.
Das Tempo bleibt, vom elegischen Intro "Just Before" abgesehen, allgemein hoch. Doch vor allem "Silent Warfare" knüppelt mächtig nach vorne weg. Drummer/Keyboarder Morteus dürfte hier bei den schellen Parts nach Herzenslust programmiert haben. Auf der anderen Seite glänzt der Song aber auch mit epischen Melodien, bei denen zwar der furchtbare französische Akzent deutlich zu Tage tritt, die Hooks aber eindeutig sitzen.
Vielleicht treten Destinity mit diesem Album endlich aus dem Schatten der genannten Bands heraus. Zu wünschen wäre es ihnen, vor allem wenn sie die coolen Grooves und die etwas rockigere Gitarrenarbeit in "Negative Eyes Control" in Zukunft weiter ausbauen.
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