laut.de-Kritik
Die Schweden covern Motörhead, Ramones, Turbonegro u.v.a.
Review von Kai ButterweckEs soll ja Leute geben, die mit den letzten Veröffentlichungen der Hellacopters haderten. Handzahm, uninspiriert und im Stile einer Altherren-Combo: Die Vorwürfe wiegen schwer. Für solche Grantler haben die Schweden nun ein Paket geschnürt, das die Wogen wieder glätten könnte.
Ziemlich genau zwölf Monate nach der Veröffentlichung ihres letzten Studioalbums "Overdriver" beglücken die Hellacopters ihre Gefolgschaft mit der dritten Ausgabe ihrer "Cream Of The Crap!"-Serie. Abermals kramt die Band in ihrem prallgefüllten Archiv und fördert Perlen zu Tage, die vor allem Fans der Anfangstage ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern.
Mitte der Neunziger, in ihrer wohl produktivsten Phase, ging es den Hellacopters einzig und allein um pure Energie. "Cream Of The Crap! Collected Non-Album Works - Volume 3" ist ein Zeugnis dieser Zeit. Neben B-Seiten und anderen Raritäten wie dem feurigen Opener "Long Gone Losers", dem knackigen Turbonegro-Gruß "Oh Yeah Allright!" oder auch dem crunchigen Gute-Laune-Spektakel "Freeway To Hell", gibt es natürlich wieder jede Menge Coverversionen zu bestaunen, die wunderbar räudig und ungefiltert daherkommen.
Auf der Überholspur adeln Nicke Andersson und Co. die Garage-Ikonen The Nomads ("Pack Of Lies"). Mit rockigen "Johnny B. Goode"-Vibes holt man die Punk-Urgroßväter MC5 ins Boot ("American Ruse"). Und für alle Lynyrd Skynyrd-Fans packen die Hellacopters die bluesrockige Groove-Keule aus ("Working For MCA"). Die Schweden schrammeln sich die Finger wund und huldigen all jenen, die zu Beginn als Inspirationsquelle dienten. Dazu gehörten natürlich auch Motörhead ("Speedfreak"), Alice Cooper ("I'm Eighteen") und die Ramones ("What'd Ya Do?").
Wer es noch nicht wusste: Einst liefen sogar die Songs von Soul-Legende Smokey Robinson im Proberaum der Hellacopters rauf und runter ("Get Ready", "Whole Lot Of Shakin' In My Heart"). Vor drei Jahrzehnten leisteten die Hellacopters einen großen Beitrag zum sich weltweit ausbreitenden Schweinerock-Hype. "Cream Of The Crap! Collected Non-Album Works - Volume 3" ist ein rasanter Soundschub back in time, zurück in eine Zeit, in der Schweine noch richtig gerockt haben – und Skandinavier natürlich auch.


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